Kinder

Reise durch das Sonnensystem

Das Universum und wir. Was wissen wir eigentlich von unserem Sonnensystem? Ein Forscher nimmt uns mit auf die Reise.

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Das Weltall ist Schauplatz vieler spannender Geschichten. Bei der Kinder-Uni Salzburg lädt der Physiker Paolo Sereni am 9. Juli ab 14 Uhr ein auf eine Reise durch das Sonnensystem - für alle, die den Blick des Nachthimmels schön und spannend finden und Interesse am Universum haben.

Herr Sereni, muss man dafür seine Koffer packen? Paolo Sereni: Nein, wir sorgen für die komplette Verpflegung während der Reise. Schreibzeug und einen Zirkel sollte man aber schon dabeihaben.

Wird es eines Tages wirklich möglich sein, dass wir unseren Urlaub zum Beispiel auf dem Mars verbringen? Ich vermute, es wird nicht so schnell passieren. Wir Menschen haben schon den Mond betreten, aber das war kein Urlaub. In den nächsten Jahrzehnten werden wir sehen, ob es möglich sein wird, dass Menschen zum Mars fliegen. Diese Reise wird lange dauern. Am 5. Mai ist die Raumsonde "InSight" in Richtung Mars gestartet, sie wird unseren Nachbarplaneten erst nach einem halben Jahr erreichen. Aber auf dem Mars ist es extrem kalt, die Oberflächentemperatur beträgt -63°C. Außerdem gibt es keine Luft zum Atmen. Noch schlimmer ist es auf der Venus. Die liegt näher bei der Sonne, weshalb die Oberflächentemperatur sehr hoch ist (470° Celsius). Auf dem Merkur ist der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht 600° Celsius groß. Die anderen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun liegen so weit weg von der Sonne, dass es dort für den Menschen definitiv zu kalt ist. Was man daraus lernen soll: Dass wir auf der Erde fantastische, lebensfreundliche Bedingungen haben und sie deshalb schonen sollten.

Was fasziniert Sie am Sonnensystem? Wie wir Menschen gelernt haben, das Sonnensystem zu verstehen, ist die spannendste Geschichte, die ich kenne. In unserer westlichen Welt haben sich schon vor über 2500 Jahren viele extrem kluge Menschen darüber Gedanken gemacht, wie man die Bewegungen der Sterne und Planeten am Nachthimmel erklären kann.

Gibt es einen Astronomen, der Sie besonders begeistert? Der Altgrieche Philolaos zum Beispiel, weil er schon im fünften Jahrhundert vor Christus die Idee hatte, dass sich die Erde auf einer Bahn um ein Zentrum bewegt. Galileo Galilei, weil er den Mut hatte, mit seinem Fernrohr den Nachthimmel zu untersuchen und seine Entdeckungen zu verteidigen. Johannes Kepler, von dem wir alle gelernt haben, dass die Messdaten sehr wichtig in der naturwissenschaftlichen Arbeit sind. Isaac Newton, weil er dazu in der Lage war, unerwartete Zusammenhänge zu verstehen. Albert Einstein, weil er die elegantesten und revolutionärsten Ideen hatte. Und zu guter Letzt der Salzburger Christian Doppler, weil er einen Effekt entdeckt hat, der jeden Tag in der Astronomie Verwendung findet.

Weiß man schon alles über das Sonnensystem? Oder entdecken Sie und Ihre Forscherkollegen immer wieder etwas Neues? Man weiß nie alles über ein Thema. Je mehr man weiß, desto mehr Fragen entstehen. Voraussichtlich Mitte August wird die neue Vega-Sternwarte des Hauses der Natur auf dem Haunsberg eröffnet. Dort wird es zwei sehr große Teleskope geben, die uns erlauben, extrem lichtschwache, also ferne, Sterne zu beobachten.

Ist es wichtig, dass sich die Menschen für unser Sonnensystem interessieren? Ja, ich glaube schon. Unter anderem auch, weil man dabei lernt, wie besonders unsere Erde ist.

Glauben Sie, dass es noch Leben gibt außerhalb unseres Planeten? Ich hoffe es! Und das würde mich freuen. Soviel wir heute sagen können, kann Leben nur auf Planeten entstehen, Sterne sind dafür zu heiß. Messungen zeigen, dass die Mehrheit der Sterne ein Planetensystem um sich hat. In unserer Galaxie, der Milchstraße, gibt es etwa 100 Milliarden Sterne. Im Universum existieren 100 Milliarden Galaxien. Die Suche nach außerirdischem Leben hat gerade erst angefangen.

Hier gibt's den Artikel als pdf zum Downloaden.

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