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In Österreich gibt es von Jahr zu Jahr weniger Grasfrösche. Ihr Lebensraum wird immer kleiner. Eine große Gefahr ist auch der Straßenverkehr. Deshalb werden jetzt Froschklauber gesucht.

Im März wandert der Grasfrosch zu den Laichplätzen. SN/haus der natur/kaufmann
Im März wandert der Grasfrosch zu den Laichplätzen.

Der Grasfrosch hat heuer einen schönen Titel: Er ist der "Lurch des Jahres". Allerdings nützt ihm das nicht viel. Denn um die Grasfrösche ist es nicht gut bestellt. Sie werden immer weniger. Vor 20 Jahren gab es ungefähr sieben Mal mehr Grasfrösche als heute. Das haben Forscher vom Haus der Natur in Salzburg herausgefunden. Der Grund für den dramatischen Rückgang ist, dass die Frösche immer weniger Lebensraum finden. Das hat mehrere Ursachen: Die Wiesen werden oft fünf Mal im Sommer gemäht, Büsche und Sträucher sind verschwunden, Böden wurden entwässert. "Es fehlen Hecken, Gebüsche, naturnahe Bachläufe, Grasstreifen am Wegrand", sagt Peter Kaufmann, Amphibienforscher am Haus der Natur. Grasfrösche bräuchten nicht nur Wasser zum Leben, sondern auch den passenden "Landlebensraum", sagt Kaufmann. "Die Frösche leben in Büschen und unter Totholz, sie brauchen Verstecke, feuchte Löcher zum Verkriechen. Genau das fehlt in unserer Landschaft." Nun könnte man fragen: Ist es nicht egal, wie viele Frösche draußen herumquaken? Nein, das sei nicht egal, sagt Kaufmanns Kollege Martin Kyek. "Der Frosch hat eine wichtige Rolle in der Nahrungskette." Zum einen frisst er Insekten - zum Beispiel lästige Stechmücken. Zum anderen wird er selbst gefressen. Er ist also eine wichtige Mahlzeit - für Störche, Reiher, Uhus, Dachse und Füchse.

In den nächsten Wochen droht den Amphibien zudem Gefahr durch Autos und Lastwagen. Denn im März, wenn die Gewässer eisfrei sind, beginnt die Frühjahrswanderung. Da wandern Frösche, Kröten und Molche aus ihren Winterquartieren im Wald zu den Laichgewässern. Und das ist eine gefährliche Reise, weil sie oft über stark befahrene Straßen führt. Schutz bieten Froschzäune an den Straßenrändern. 30 solcher Zäune gibt es im Bundesland Salzburg. Sie hindern die Amphibien daran, die Straße zu überqueren. Die Tiere plumpsen stattdessen in Fangeimer. Diese Kübel müssen jeden Morgen von Froschklaubern auf die andere Straßenseite gebracht und ausgeleert werden - "bis neun Uhr", sagt Martin Kyek. Dann kommt die Sonne - und die könnte für die Amphibien im Kübel tödlich sein.



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(SN)

Aufgerufen am 20.06.2018 um 07:00 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/sie-brauchen-jetzt-hilfe-24724933

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