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Sie leben auf dem größten Friedhof

Füchse, Eulen, Rehe, Störche. Es ist kaum zu glauben, wie viele Tiere auf dem Wiener Zentralfriedhof ein Zuhause gefunden haben.

Auf dem Wiener Zentralfriedhof ist Tag und Nacht viel los: Dort tummeln sich Füchse, Dachse, Baummarder, Steinmarder und Igel, außerdem Hamster, Rehe, Turmfalken, Fledermäuse. Hier kriecht der Alpenbock auf dem Boden - ein besonders geschützter Bockkäfer. Und über dem Boden flattert das Wiener Nachtpfauenauge durch die Gegend - es ist mit bis zu 17 Zentimetern Flügelspannweite der größte Nachtfalter Mitteleuropas.

Die vielen alten Bäume, Sträucher, Hecken und Wiesen bieten einen idealen Lebensraum für Tiere. Auf dem riesigen Gelände gibt es insgesamt 15.000 Bäume. Würde man alle Hecken auf einer Linie aufstellen, wäre sie 40 Kilometer lang.

Von einem Ende zum anderen ist es so weit, dass es besser ist, mit der Straßenbahn zu fahren. Drinnen im Friedhof kann man den Obus nehmen. Viele fahren auch mit dem Auto durch. "Dort haben wir einen Grünspecht sitzen", sagt Ferdinand Schmeller, während wir eine Rundfahrt machen. Schmeller ist ein Experte für Wild tiere und Naturschutz. Als wir eine Baumallee entlangfahren, zeigt Schmeller auf eine Platane. "Dort oben, das Platanen-Astloch - das ist ein Nistplatz für Dohlen."

Sogar Störche werden immer wieder einmal auf dem Zentralfriedhof gesehen. "Der Storch zieht da durch und sucht nach Nahrung", sagt Schmeller. Das sei schon etwas Besonderes, denn in Wien gebe es sonst nicht so viele Störche. "Der Zentralfriedhof ist ein toller Lebensraum für eher scheue Tiere."

Einer, der täglich mit der Tierwelt zu tun hat, ist Florian Ivanic. Er kontrolliert die Bäume und ist für die Mäharbeiten zuständig. Und wenn seltene Tiere auftauchen, meldet er es. Vor Kurzem hat er einen verletzten Wespenbussard entdeckt. Mit einem Kollegen fing er den Vogel ein und sorgte dafür, dass er verarztet wurde. Immer wieder macht er spektakuläre Entdeckungen. Einmal stand Ivanic vor einer Thuje - und staunte nicht schlecht: "In der Thuje saßen fünf Waldohreulen."

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