Kinder

Swahili statt Deutsch

Warum gehen Schüler in Kenia gern in den Unterricht? Weil er nicht selbstverständlich ist. Wie der Schulalltag in dem afrikanischen Land aussieht, das erzählen uns Caroline, Colin und Alan.

Drei, die gerne in die Schule gehen: Caroline, Colin und Alan. SN/dorina pascher
Drei, die gerne in die Schule gehen: Caroline, Colin und Alan.

Keine Lust auf Schule? Das kennen viele Kinder. Doch in manchen Ländern auf der Erde ist das nicht so. Zum Beispiel in Kenia. Das ist ein Land in Afrika. Dort ist es für viele Kinder etwas Besonderes, in die Schule zu gehen. So auch für die drei Schüler, die auf dem Bild zu sehen sind: Caroline, Colin und Alan. Alle drei gehen sehr gerne in die Schule. Denn für sie ist es nicht selbstverständlich, Unterricht zu bekommen.

Eigentlich sollte in Kenia, wie in Österreich, jedes Kind in die Schule gehen. Das sagt das Gesetz. Doch in der Realität sieht es oft anders aus. Viele Familien können es sich nicht leisten, ihre Kinder auf Schulen zu schicken. Die Kosten für die Bücher und die Schuluniformen übersteigen nicht selten das monatliche Gehalt der Eltern.

Caroline, Colin und Alan hatten Glück. Sie können auf die St. Catherines School in Nairobi, der kenianischen Hauptstadt, gehen. In dieser Schule müssen die Kinder nicht für Bücher oder Uniformen zahlen. Im Moment werden hier 1300 Kinder zwischen vier und 16 Jahren unterrichtet.

Caroline, Colin und Alan freuen sich, dass die Lehrer ihnen Mathe, Technik oder Swahili, die Sprache in Kenia, beibringen. Swahili ist das Lieblingsfach von Caroline, 14 Jahre. Sie geht in die siebte Klasse. Wenn sie mit der Schule fertig ist, möchte sie Anwältin werden. Warum? "Weil ich die Ungerechtigkeiten in meinem Land bekämpfen möchte", sagt die Schülerin.

Auch Alan möchte Anwalt werden und so seinen Freunden helfen. Denn viele seiner Freunde können nicht die Schule besuchen, sagt Alan: "Sie sind untertags auf der Straße und versuchen, an Geld zu kommen, um sich Essen zu kaufen."

In der Schule muss kein Kind hungern. Denn hier bekommen die Schülerinnen und Schüler ein Frühstück und ein warmes Mittagessen. Um zehn Uhr ist Pause. Dann gibt es für alle Porridge. Das ist ein Brei aus Haferflocken und Milch, dazu gibt es Obst. Porridge macht lange satt und gibt viel Energie: ideal für einen langen Schultag.

Anders als in Österreich gibt es in der kenianischen Schule Uniformpflicht. Das heißt, alle Kinder tragen die gleichen Klamotten. Die Mädchen tragen ein braun-weiß kariertes Kleid mit Kragen. Die Buben haben braune Hosen und braun-weiß karierte Hemden an. Die Schuluniform ist für Caroline, Colin und Alan kostenlos. Die St. Catherines School stellt ihnen die Bekleidung zur Verfügung. Schuluniformen sind in Kenia Pflicht, weil damit alle Schülerinnen und Schüler gleich sind. Niemand hat bessere oder schlechtere Kleidung als der andere.

Im Moment ist es für die Schülerinnen und Schüler in Kenia besonders stressig: Die Abschlussprüfungen finden statt. Die Tests entscheiden auch, ob die Kinder auf eine höhere Schule dürfen. Da in Kenia ein Schulabschluss für viele Kinder der Weg aus der Armut ist, stehen sie unter Druck. Doch die 14-jährige Caroline ist sich sicher: "Wenn man gut lernt und
den Lehrern zuhört, kann man alles schaffen."

Aufgerufen am 22.11.2019 um 05:54 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/swahili-statt-deutsch-78461161

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