Kinder

Unser Energiefresser

Das Gehirn wiegt zwar nur 1,4 Kilogramm. Doch es schluckt ein Fünftel der Energie - auch wenn wir nicht angestrengt nachdenken.

Ob wir grübeln oder nicht: Das Gehirn braucht dauernd Energie. SN/stock.adobe.com
Ob wir grübeln oder nicht: Das Gehirn braucht dauernd Energie.

In den letzten Wochen vor Weihnachten heißt es noch einmal viel lernen - für Tests und Schularbeiten. Und dafür brauchen wir natürlich vor allem ein Organ: unser Gehirn.

Es wiegt nur rund 1,4 Kilogramm, also zwei Prozent des Körpergewichts eines Erwachsenen. Umso erstaunlicher ist, dass es gleich ein Fünftel der gesamten Energie des Körpers verbraucht. Das Gehirn ist also ein echter Energiefresser.

Man kann sich das so vorstellen: Unsere Zellen produzieren aus der Nahrung Energie. Die einzelnen Energiepakete werden dann im Körper herumgeschickt. Und das Gehirn krallt sich davon gleich einmal ungefähr 20 Prozent.

Aber wieso eigentlich? Müssten nicht die Muskelzellen des Menschen, die dauernd in Bewegung sind, weit mehr Energie verbrauchen als das Gehirn, das ja ganz ruhig im Kopf liegt?

Nein, sagt Thomas Klausberger, der Leiter des Zentrums für Hirnforschung an der Medizinischen Universität Wien. "In den Gehirnzellen passiert extrem viel. Unsere Muskeln brauchen wir aber nur für kurze Zeit, weil wir viel sitzen." Die Nervenzellen im Gehirn seien schließlich dauernd mit dem Informationsaustausch beschäftigt. "Die sind ständig aktiv, wenn wir denken und wenn wir schlafen. Da werden ständig Informationen hin und her geschickt."

Oft hört man, dass unser Gehirn beim Nachdenken oder Lernen noch mehr Energie absaugt als beispielsweise beim Schlafen oder beim Nichtstun. Stimmt das?

Diese Frage sei nicht ganz einfach zu beantworten, sagt Thomas Klausberger.

Einerseits seien die Nervenzellen auch beim Schlafen ständig aktiv und verbrauchten Energie. Unterschiede gebe es aber trotzdem. "Wenn wir eine Aufgabe gut beherrschen, scheinen die Nervenzellen weniger aktiv zu sein. Tun wir uns aber wo schwer, sind scheinbar die Nervenzellen mehr aktiv", sagt Klausberger.

Wenn wir an einer schwierigen Mathe-Aufgabe tüfteln, braucht unser Gehirn also mehr Energie als bei einer leichten Aufgabe. Deshalb ist es wichtig, nach längerem angestrengten Denken eine Pause einzulegen. Denn intensives Denken kann genauso anstrengen und ermüden wie intensiver Sport.

Hier gibt's den Artikel als pdf zum Downloaden.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 12:54 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/unser-energiefresser-21352270

Schlagzeilen