Kinder

Vinko gibt nicht auf

Der junge Mann sitzt im Rollstuhl. Und seine Muskeln werden weniger. Aber Vinko schaffte den Führerschein und sammelte viel Geld für ein Spezialauto. Jetzt spielt er Theater.

Vinko in seiner Rolle als „Zauberer von Oz“ im Oval im Europark.  SN/theater ecce/a. hauch
Vinko in seiner Rolle als „Zauberer von Oz“ im Oval im Europark.

Es schaut spektakulär aus, wenn im Oval im Europark plötzlich der Sturm über die Bühne fegt. Im Stück vom "Zauberer von Oz" werden da plötzlich alle weggeblasen - auch Vinko Najdek. Er flitzt von einem Eck ins andere und zieht mit seinem Rollstuhl gleich noch einen anderen Schauspieler mit.

Der 25-jährige Thalgauer spielt den "Zauberer". Dass er in dieser Produktion des Theater ecce gemeinsam mit Profis auf der Bühne spielen kann, zeigt eines: Dieser junge Mann steckt sich immer wieder neue Ziele und lässt sich nicht unterkriegen.

Denn leicht hatte es Vinko nie. Bei seiner Geburt kam es zu Komplikationen, was schwere gesundheitliche Folgen nach sich zog. Seit seinem siebten Lebensjahr braucht er einen Rollstuhl.

Vinko wollte, wie alle anderen, in die Volks- und Hauptschule gehen, musste aber in die Sonderschule. Es hat ihm auch niemand zugetraut, dass er den Führerschein schaffen würde. Doch Vinko schaffte es. Was noch erstaunlicher ist: Er trieb mithilfe von Bekannten und Freunden so viel Spendengeld und Förderungen auf, dass er sich ein 110.000 Euro teures Auto mit Sonderausstattung kaufen konnte. Dieses Spezialauto braucht er, weil er seine Beine nicht bewegen kann. "Ich steuere mein Auto genauso wie den Rollstuhl - mit dem Joystick."

Im Alltag bekommt Vinko Hilfe von speziellen Assistenten. "Ich bin eigentlich recht zufrieden." Allerdings weiß er auch: Die Muskelkraft könnte weiter nachlassen. Manches Hobby musste er schon aufgeben. So kann er nicht mehr Ziehharmonika spielen, weil das die Arme nicht mehr schaffen. "Ich habe mir deshalb Mundharmonikas gekauft und spiele jetzt selbst komponierte Volksmusik."

Und Vinko steckt sich neue Ziele. Er will einen passenden Job finden und eine Familie gründen. Auch wenn das nicht so leicht sein wird, weil es noch immer Vorurteile gibt: "Viele Leute, die mich anschauen, sehen nur meinen Rollstuhl und gehen vorbei."

Momentan konzentriert sich Vinko ganz auf das Schauspielen. "Dort fühle ich mich angenommen. Wenn ich auf der Bühne bin, dann bin ich gefordert. Da denke ich nicht an meine Behinderung, sondern an das, was ich kann."

Aufgerufen am 18.06.2018 um 09:27 auf https://www.sn.at/panorama/kinder/vinko-gibt-nicht-auf-21022240

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