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Warum sind Fußballer so reich?

Geldmaschine Champions League. Warum jeder PlayStation-Spieler zu Ronaldos Luxusspielzeugen beiträgt.

In der Champions League ist Cristiano Ronaldo heuer mit Juventus Turin schon früh ausgeschieden. Als Trostpflaster gönnte sich der portugiesische Fußballstar angeblich das teuerste Auto der Welt, einen 1500 PS starken Bugatti La Voiture Noire. Der Kaufpreis von elf Millionen Euro für den schwarzen Flitzer würde Ronaldo eher nicht in finanzielle Turbulenzen bringen. Er verdient etwa 30 Millionen Euro pro Jahr.

Wie kommt es, dass Fußballspieler für 90 Minuten Arbeit (und das nur ein bis zwei Mal pro Woche) so viel Geld verdienen? Und das, obwohl ihre Arbeitgeber schon so viel an einen anderen Verein bezahlt haben, um sie zu einem Wechsel zu bewegen, im Fall Ronaldos fast 100 Millionen Euro? Die Antwort lautet: Weil Fußball auf der ganzen Welt ein sehr populärer Sport ist, zahlen Firmen sehr viel, um in diesem Umfeld Werbung zu platzieren. Das kann auf den Trikots der Spieler, auf Werbebanden am Spielfeldrand oder in TV-Spots rund um die Fußballübertragungen sein. Die Fernsehsender wiederum zahlen hohe Beträge, um die Spiele zeigen zu dürfen, die fast immer sehr viele Zuschauer erreichen.

Wer die Spiele der Champions League im Fernsehen sieht, wird es merken: In den Stadien sieht es überall ziemlich ähnlich aus. Das liegt daran, dass die Sponsorenaufschriften immer gleich sind. Diese Geldgeber können sich darauf verlassen, dass kein Logo eines Konkurrenten aus ihrer Branche im Stadion zu sehen ist. Diese Exklusivität hat ihren Preis: Der Autohersteller Nissan soll rund 60 Millionen Euro bezahlt haben, um Champions-League-Partner zu werden. Die Japaner befinden sich damit in einem illustren Kreis mit Sony (dem Hersteller der PlayStation), Mastercard oder der Bierbrauerei Heineken.

Die TV-Rechte für die Fußball-Königsklasse kosten pro Jahr zwischen 300 Millionen Euro für England und etwa 10 Millionen Euro für Österreich. Die TV-Gelder und die Sponsorenbeträge summieren sich zu einem Topf von zwei Milliarden Euro. Die verteilt der europäische Fußballverband leistungsabhängig an die Clubs, darunter heuer auch Red Bull Salzburg.

Die Clubs nehmen aber auch selbst Geld ein, Juventus Turin allein rund 35 Millionen Euro von Trikotsponsor Jeep. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf im Stadion, früher Haupt-Geldquelle für Vereine, fallen da nicht mehr sonderlich ins Gewicht.

Für Stars wie Ronaldo wichtiger sind private Werbeverträge. Mit Reklame, die er für Uhren, Mode oder Herrendüfte macht, kann er sein Einkommen noch einmal deutlich steigern. Da geht sich auch noch das eine oder andere kleinere Auto für ihn aus. Und auch wer den Portugiesen nicht mag oder sich nicht für Fußball interessiert, trägt seinen Teil dazu bei, sobald er eine PlayStation kauft, ein Heineken-Bier trinkt oder Armani-Kleidung trägt.

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