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Warum tragen Sportler eine Maske?

Fitnesstrend. Athleten hoffen auf einen Trainingseffekt durch künstlich herbeigeführte Atemnot.

 SN/sn

Ist es ein vergessener Kostümierter aus dem Fasching? Ein Vorsichtiger, der sich vor Viren schützen will? Oder gar ein vermummter Bankräuber auf der Flucht? Nichts von all dem trifft zu. Wenn einem auf der Straße laufende oder Rad fahrende Freizeitsportler mit Gesichtsmaske begegnen, geht es um einen neuen Fitnesstrend. Auch im Kampfsport und in Fitnessstudios wird die Maske immer öfter getragen.

Der Salzburger Sportartikel-Ausstatter "Phantom" hat bereits mehr als 100.000 solcher Masken verkauft. Firmenchef Dominique Wenger hatte die Idee zu dem ungewöhnlichen Trainingsgerät, mit dem die Sauerstoffzufuhr gedrosselt wird: "Es ist ein moderner Weg, die Atemmuskulatur zu trainieren", erklärt Wenger. Der Freizeitsportler könne so effizienter trainieren. "Es braucht keinen neuen Trainingsplan. Man trainiert dasselbe, was man sonst auch macht. Allerdings mit verringerter Sauerstoffzufuhr", erklärt der Firmenchef. Dies führe dazu, dass man bewusster atme. Ergebnis sei "ein komplett neues Trainingsgefühl".

Sportler aus verschiedensten Disziplinen benutzen bereits die Maske. Neben Läufern oder Triathleten sind auch amerikanische NFL-Footballer oder Profifußballer wie der Salzburger Nationalspieler Stefan Ilsanker schon als "Phantom" im Training aufgetreten.

Die Salzburger Kickboxerin Christin Fiedler hat die Maske ebenfalls schon verwendet und sagt: "Es geht darum, neue Trainingsreize zu setzen. Mit der Maske wird es deutlich anstrengender im Training. Aber es ist nichts, das ich immer verwenden würde." Die Maske ist nur etwas für Erwachsene. Aber werden sie damit wirklich besser? Sportmediziner Josef Niebauer sagt: "Gerade für jemanden, der viel trainiert, bietet die Verwendung der Maske eine Abwechslung. Man kann damit die Wettkampfhärte simulieren und man ermüdet schneller." Die gedrosselte Luftzufuhr bringe aber sicher keine "Abkürzung", um seine Ziele rascher zu erreichen: "Das, was man trainieren will, muss man trotzdem trainieren. Der Nachweis einer Leistungssteigerung durch Verwendung der Maske ist noch nicht erbracht worden."

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