Klimawandel

August war einer der zehn wärmsten der Messgeschichte

Nach dem Juli hat nun auch der August überdurchschnittlich warme Temperaturen gebracht und damit den Trend zu einem immer wärmerem Klima fortgesetzt. 1,8 Grad lag der August über dem vieljährigen Mittel und war damit einer der zehn wärmsten der 253-jährigen Messgeschichte, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in ihrer Monatsbilanz.

Gluthitze im Sommer ist inzwischen fast schon der Normalfall SN/APA (dpa)/Markus Scholz
Gluthitze im Sommer ist inzwischen fast schon der Normalfall

"Überdurchschnittlich warme August-Monate sind in den letzten Jahren fast schon der Normalfall. Seit 1990 gab es in Österreich zwölf deutlich überdurchschnittlich warme und nur drei deutlich zu kühle August-Monate. 15-mal lag ein August ziemlich genau im Bereich des Durchschnitts", sagte Alexander Orlik von der ZAMG.

In Vorarlberg, Nordtirol und in den nördlichen und westlichen Teilen von Salzburg war der August im langjährigen Vergleich zwischen einem und 1,5 Grad wärmer. Weiter im Osten war er um 1,5 bis 2,5 Grad zu warm. Vom Neusiedler See bis zum Südburgenland war es mit Abweichungen von 2,6 bis 2,8 Grad noch etwas heißer. Im Burgenland wurde mit 35,6 Grad in Andau am 10. August auch die absolut höchste Temperatur des Monats erzielt. Generell war es am 18. August am heißesten. An diesem Tag wurden an 122 Wetterstationen die jeweiligen Monatshöchstwerte erreicht.

Das vergangene Monat gestaltete sich nicht nur sehr warm, sondern auch trocken. Nur im Jänner und im Mai gab es österreichweit überdurchschnittlich viel Niederschlag. Die Regenmengen lagen im August in der österreichweiten Auswertung um 21 Prozent unter dem Durchschnitt. Vor allem von Salzburg bis Wien und von der Donau bis nach Kärnten blieben die Niederschlagsmengen um 25 bis 50 Prozent hinter den klimatologischen Mittelwerten zurück. Im burgenländisch-niederösterreichisch-steierischen Grenzgebiet sowie in Teilen des Traunviertels war es mit Defiziten von 50 bis 70 Prozent besonders trocken.

"Nur in wenigen Regionen war der August 2019 überdurchschnittlich nass, wie größtenteils in den Bezirken Bludenz, Landeck und Hollabrunn", sagte Orlik. "Wie so oft im Sommer gab es bei Gewittern innerhalb von kurzer Zeit große Regenmengen. Zum Beispiel kamen am 24. August im burgenländischen Lutzmannsburg in einer Stunden 70 Millimeter Regen zusammen. Das sind hier 86 Prozent der Regenmenge eines gesamten durchschnittlichen August-Monats."

Die fast durchwegs sehr warmen Wetterlagen wirkten sich auch auf den Frost im Hochgebirge aus. Am Sonnblick-Observatorium der ZAMG, auf 3.109 Meter Seehöhe in den Hohen Tauern, gab es nur sechs Frosttage. Ein durchschnittlicher August bringt am Sonnblick elf Frosttage, also fast doppelt so viele wie in diesem Jahr. Außerdem registrierte die ZAMG am Sonnblick keinen einzigen Eistag, wofür die Temperatur ganztägig unter null Grad liegen müsste. Im vieljährigen Durchschnitt gibt es hier zwei Eistage.

Die Sonnenscheindauer lag im August um sechs Prozent hinter dem Normalwert zurück. Damit ist das der sonnenärmste August seit 2014. Damals schien die Sonne im Österreichmittel um 21 Prozent weniger. Die größten Differenzen zum jeweiligen Mittel gab es mit zehn bis 30 Prozent vom Tiroler Unterland bis Salzburg, in Osttirol, Oberkärnten und in der Obersteiermark entlang der Mur.

Werte für Salzburg

Niederschlagsabweichung minus 30 Prozent
Temperaturabweichung plus 1,6 Grad Celsius
Sonnenscheindauer minus 14 Prozent
Temperaturhöchstwert 32,5 Grad am 18.8. Salzburg/Freisaal (418 m)
Temperaturtiefstwert Sonnblick (3109 m) -2,7 Grad am 14.8.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m Radstadt (835 m), 4,6 Grad am 17.8.
höchstes Monatsmittel/Lufttemperatur Salzburg/Freisaal, 19,8 Grad, Abweichung plus 1,4 Grad
höchste Sonnenscheindauer Mattsee (502 m) 211 h, Abweichung minus 9 Prozent

Quelle: APA

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