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Frischer Wind für schönes Haar

Der Weg zu schönem, gesundem Haar ist mit viel - oder präziser: der richtigen Pflege gepflastert. Auffallend viele Haarpflegeprodukte sind neuerdings "grün". Oder enthalten viele natürliche Inhaltsstoffe.

Was in der Pflege für Gesicht und Körper mittlerweile Standard ist, erobert nun auch die Haarkosmetik: Pflanzenkraft.

Back to the roots

Bio-Haarpflege geht im wahrsten Sinn des Wortes zurück zu den Wurzeln. Einerseits, weil die Pflege des Haares und die Pflege der Kopfhaut gleich wichtig sind. Andererseits, weil hochwertige pflanzliche Wirkstoffe wie Öle (Argan-, Jojoba-, Kokos- oder Macadamiaöl), Pflanzenauszüge, ätherische Öle (Lavendel, Zitrone, Geranie, Rosmarin), Tonerde, Aloe Vera, Ginseng, Honig, Hafer, Hirse oder Weizen eingesetzt werden, die zum Teil schon Jahrhunderte lang zur Haarpflege verwendet werden.

Konventionelle Shampoos bestehen aus einer Mischung von Wasser und chemischen Tensiden - das sind waschaktive Substanzen, die Schmutz- und Fettablagerungen im Haar lösen und für die Schaumbildung verantwortlich sind - sowie einer Reihe weiterer chemischer Inhaltsstoffe, die dafür sorgen, dass ein Shampoo gut riecht, eine angenehme Konsistenz hat, das Haar leicht frisierbar wird und dass das Produkt lange haltbar ist.

Bewusster Verzicht

Bio-Haarpflege will auch gut riechen und sich angenehm anfühlen. Verzichtet dabei aber auf alles, was herkömmliche Haarpflegeprodukte dafür verwenden (dürfen). Zum Beispiel Sulfate, Silikone, Parabene und Paraffine. Sulfate werden aus Schwefelsäure gewonnen und gehören zu den anionischen Tensiden. Sulfate reinigen sehr gut, machen viel Schaum und sind deutlich billiger als mildere Alternativen. Sie können allerdings Irritationen auslösen und zwar gerade wegen ihrer guten Reinigungsleistung. Bei Bio-Haarpflege werden sie durch Zuckertenside aus Kartoffeln, Mais und Kokosöl ersetzt.

Silikone sind künstliche Lipide aus Silizium und Sauerstoff. Sie sorgen dafür, dass das Haar leichter kämmbar wird und sich schön weich anfühlt. Silikone legen sich wie ein Film um jedes einzelne Haar und machen es glatt und glänzend. Allerdings sind Silikone nur sehr schwer wasserlöslich, können beim Haarewaschen oft nicht ausgewaschen werden und bleiben dann auf dem Haar und auf der Kopfhaut. Die Folgen: Von außen sieht das Haar glänzend aus, innen wird es aber, weil durch den Silikonpanzer weder Feuchtigkeit noch Nährstoffe dringen können, immer trockener und poröser. Die Bio-Alternative: Wachse und Mandel-, Jojoba-, Kokos- Macadamiaöl. Sie machen das Haar weich, gut kämmbar und bringen es zum Glänzen. Wer auf Bio-Haarpflege umsteigt, muss damit rechnen, dass das Haar manchmal strohig oder struppig aussieht. Das liegt aber nicht an der mangelnden Wirkung der Produkte, sondern daran, dass Silikone fehlen.

Parabene können das Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien wirksam verhindern, daher werden sie - seit mehr als 80 Jahren - als Konservierungsmittel (auch für Arzneien und Lebensmittel) verwendet. Parabene gelten zwar als sicher und ungiftig, haben aber bei Konsumenten einen schlechten Ruf. Denn sie sind schwach allergen und in einem geringen Ausmaß hormonal aktiv. Natürliche Haarpflegeprodukte verwenden als Konservierungsmittel ätherische Öle oder Vitamine, die nicht nur die Haltbarkeit garantieren, sondern auch einen Pflegeeffekt haben.

Paraffine sind Erdöldestillate. Sie machen die Konsistenz von Haarpflegeprodukten geschmeidig. Paraffine werden bei Bio-Haarpflegeprodukten durch pflanzliche Öle ersetzt, was auch die Pflegewirkung der Produkte erhöht.

Leistungsstark

Bio-Haarpflege ist nicht besser als herkömmliche Haarpflege. Sie ist anders. Die Produkte schäumen manchmal nicht sehr stark, aber das tut der Reinigungs- und Pflegewirkung keinen Abbruch.

Aufgerufen am 23.06.2018 um 08:37 auf https://www.sn.at/panorama/lifestyle/frischer-wind-fuer-schoenes-haar-21018424

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