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123456 ist das beliebteste Passwort

Die Ziffern von Eins bis Sechs sind das weltweit beliebteste Passwort. Sicherheitsrisiken können durch bessere Passwörter oder neue Methoden minimiert werden.

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Zum Schutz einmal mit dem Finger über die erste Reihe der Tastatur gewischt. So leichtfertig wird von vielen Menschen ein Passwort erstellt.

Das soll dann Bankkonten und Mailboxen, Onlineshopping- und Social-Media-Accounts vor unerlaubtem Zugriff schützt. "123456" heißt die riskante und zugleich beliebte Kombination, die jedes ausgeklügelte Sicherheitskonzept zunichtemacht.

Der 1. Februar, der "Change Your Password Day", soll Menschen dazu animieren, ihren Umgang mit Passwörtern zu hinterfragen.

Fachleute geben Tipps:

Der schlimmste Fehler ist ein zu einfaches Passwort. Davor warnt IT-Experte Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik, in einer Aussendung.

Zweiter großer Fehler: Rund jeder fünfte Internetnutzer verwendet nach einer Auswertung des Instituts das gleiche Passwort für mehrere Dienste. Wurde ein Zugang geknackt, stehen Dieben gleich alle Türen offen.

Was ist ein sicheres Passwort?

Doch wie sieht ein sicheres Passwort aus? Meinel empfiehlt zur Erstellung starker Passwörter eine Länge von mindestens zehn Zeichen. Dabei sollte das Passwort verschiedene Zeichentypen wie Ausrufe- oder Fragezeichen und Ziffern enthalten sowie die Groß- und Kleinschreibung einbeziehen.

Ebenfalls wenig empfehlenswert sind Passwörter mit persönlichem Bezug. Der zweite Vorname, der Name von Kindern oder Haustieren oder Geburtsdaten sind recht einfach herauszufinden.

Generell kann festgestellt werden, dass jedes Wort, das in einem Wörterbuch zu finden ist, als Passwort ungeeignet ist. Eine Software, die Abfolgen bestimmter Zeichen zum Entschlüsseln eines Passworts ausprobiert, benötigt beispielsweise für das Aufdecken des Passworts "secret" weniger als eine Sekunde.

Für das Passwort "!sEcRe!2%9" wären für das Knacken nach aktuellem Stand mehr als 19 Jahre nötig. Außerdem sollte niemals dasselbe Passwort für mehrere Konten verwendet werden.

Und: Passwörter sollte man von Zeit zu Zeit wechseln, keinesfalls dabei jedoch auf alte Passwörter oder Variationen davon zurückgreifen.

Eine weitere Empfehlung ist die Verwendung eines Passwort-Managers. Diese Software für PC oder Smartphone speichert die unterschiedlichen Zugänge und Passwörter unter einem "Masterpasswort".

Das sei sicherer, als sich einzelne Passwörter für unterschiedliche Dienste zu merken, betonen Experten. Aber Achtung, nur vier von neun untersuchten Passwort-Managern sind laut Stiftung Warentest "empfehlenswert". Der Vergleichstest ist online auf der Website www.test.de abrufbar.

Biometrie löst Passwörter ab

Geht es nach IT-Experten, sollen Passwörter ohnehin bald durch die Nutzung biometrischer Verfahren abgelöst werden. Zwei Drittel der jungen Menschen sind einer Studie von IBM zufolge bereits mit diesen Verfahren vertraut.

Da diese Generation bald zur Mehrheit unter den Mitarbeitern in Unternehmen wird, folgert IBM, könnten sie dazu beitragen, dass Passwörter bald obsolet werden.

Jedoch auch unter den Befragten aller anderen Altersgruppen gab gut die Hälfte an, mit biometrischen Verfahren wie der Erkennung von Fingerabdrücken, von Sprache oder Gesichtern vertraut zu sein. Daher können sich annähernd 90 Prozent vorstellen, solche Zugangsarten in Zukunft zu nutzen. Die Technologiefirmen stehen bereits in den Startlöchern. Die Zahlenkombination "123456" könnte bald durch einen Blick in eine Kamera abgelöst werden.

Aufgerufen am 30.10.2020 um 06:02 auf https://www.sn.at/panorama/medien/123456-ist-das-beliebteste-passwort-23679709

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