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Apple präsentiert neue iPhones und neue Watch

Apple lud erneut zur alljährlichen September-Präsentation - und hatte zwei neue iPhones im Gepäck. Doch nicht eine neue Technologie, sondern die Abkehr von einer alten schlägt Wellen.

Wieder einmal muss es das iPhone richten. Nach den Negativschlagzeilen der vergangenen Tage - von Hackerangriffen bis hin zu milliardenschweren Steuernachforderungen - soll das Edel-Smartphone dafür sorgen, dass in den kommenden Wochen wieder über das gesprochen wird, für das Apple steht: seine Produkte.

Am gestrigen Mittwochabend lud Apple zu seiner alljährlichen September-Präsentation. Im Bill Graham Civic Center in San Francisco stellte der IT-Riese all jene Produkte vor, die in rund drei Monaten unter den Weihnachtsbäumen liegen sollen. Im Mittelpunkt stand die neue iPhone-Generation: Apple bringt am 16. September das iPhone 7 und seinen großen Bruder, das iPhone 7 Plus, auf den Markt. Äußerlich hat sich das neue Edel-Smartphone kaum geändert. Einzig die Antennenstreifen wurden nach oben verlegt, zudem gibt es das Gerät in zwei neuen Schwarztönen - und in den bekannten Farben Silber, Gold und Roségold. Somit brach Apple erstmals seit 2008 aus dem Rhythmus aus, das Äußere des iPhone alle zwei Jahre zu erneuern. Eine der wenigen Änderungen könnte aber für ordentlich Aufregung sorgen: Apple verzichtet als erster Smartphone-Anbieter auf den Kopfhörerstecker. Stattdessen werden die Ohrhörer per "Lightning"-Port angeschlossen, über den die iPhones ebenso geladen werden. Apple begründet den Verzicht mit Platzproblemen. Kritiker orten hinter der Neuerung jedoch produktbezogene Profitgier: Apple wolle mit dem Schritt mehr eigenproduzierte Kopfhörer verkaufen. Um diesem Vorwurf entgegenzusteuern, wird mit jedem neuen iPhone auch einen Adapter mitgeliefert, der die klassischen Kopfhörerstecker mit dem "Lightning"-Anschluss verbindet. Parallel wurden aber ebenso neue kabellose Ohrhörer vorgestellt, die Apple AirPods.

Was die neuen iPhones sonst noch können

Was können die neuen iPhones sonst noch? Das Display soll besser sein - und um 25 Prozent heller. Das iPhone 7 Plus bietet eine Dualkamera, also eine Kamera mit zwei Linsen; ein Algorithmus führt die Aufnahmen zusammen. Ein neuer Prozessor soll das iPhone leistungsstärker machen. Der Akku soll länger halten, der Speicherplatz wurde verdoppelt und erstmals setzt Apple auf Stereo-Lautsprecher. Zudem ist das neue iPhone sowohl wasser- als auch staubdicht.

Wie wichtig das iPhone für Apple ist, zeigen aktuelle Zahlen: Im vergangenen Quartal fielen die Verkäufe im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 40,4 Millionen Geräte. Entsprechend sackten Umsatz und Gewinn der gesamten Firma ab. Der Grund für die Talfahrt hängt vor allem mit der Marktentwicklung zusammen. Das Wachstum im Smartphone-Segment hat sich stark in Länder wie Indien verlagert, in denen günstigere Geräte gefragt sind. Apple-Chef Tim Cook will sich dem Preisdruck jedoch nicht beugen: Das iPhone 7 startet in Österreich bei 759 Euro, das iPhone 7 Plus bei 899 Euro. Die neuen Geräte können ab 9. September vorbestellt werden. Erstmals ist auch Österreich Teil der ersten Charge - und wird somit ab 16. September beliefert.

Die zweite Apple Watch kommt

Bei der Präsentation in San Francisco stand aber nicht nur das iPhone im Mittelpunkt. Apple stellte etwa eine neue Computeruhr vor. Die Apple Watch Series 2 ist seinem Vorgänger zwar äußerlich sehr ähnlich, kann dafür aber nun wesentlich mehr. Der Prozessor ist um 50 Prozent schneller, der Bildschirm doppelt so hell, dazu wurde GPS integriert. Parallel wurde der Lautsprecher so umgebaut, dass er eindringendes Wasser schlicht wieder ausspuckt. Die Watch, die es nun auch mit Keramik-Oberfläche gibt, ist somit wasserdicht.

Apple zielt mit seiner Uhr nun ganz dezidiert auf Sportler ab. Das Gerät stehe für "das gesunde Leben", sagte Apple-Manager Jeff Williams. Ein eigenes Modell, das in Kooperation mit Sportartikelhersteller Nike entwickelt wurde, soll die Zielgruppe noch stärker bedienen. Die neue Apple Watch kann man ab dem 9. September vorbestellen, ab 16. September wird geliefert. Die Computeruhr kostet in Österreich 419 Euro. Der Preis der alten Apple Watch wird parallel auf 319 Euro gedrückt.

Mario und Pokémon Go neu in der Apple-Welt

Zwei weitere Neuerungen werden vor allem Spiele-Fans freuen: Die Kultfigur Mario wird im Zuge des Bezahlspiels "Super Mario Runs" nun auch auf iPad und iPhone von Game-Level zu Game-Level springen. Und der Nintendo-Partner Niantic bringt Pokémon Go auf die Apple Watch.

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