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Armin Wolf: "Wir müssen nicht Politiker glücklich machen"

Armin Wolf wehrt sich gegen Polit-Vorwürfe - und kommentiert die Rolle von Roland Brunhofer.

Armin Wolfs Interviewstil wird von mehreren Seiten kritisiert. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Armin Wolfs Interviewstil wird von mehreren Seiten kritisiert.

Eigentlich ist es für Armin Wolf nur ein Preis von vielen. Am heutigen Abend wurde der "ZiB 2"-Anchorman mit dem Axel-Corti-Preis geehrt, einer TV-Auszeichnung, benannt nach dem österreichischen Filmregisseur. Doch die Verleihung des Axel-Corti-Preises wurde besonders gespannt erwartet. Denn man durfte davon ausgehen, dass Wolf in seiner Dankesrede auch das ansprechen wird, was in den vergangenen Wochen vorgefallen ist: Wolfs Interviewstil wurde von Erwin Pröll ebenso kritisiert wie von ORF-Publikumsräten. Von "destruktivem" Journalismus war die Rede. Und Reinhold Mitterlehner gab Wolf sogar eine Mitschuld an seinem Rücktritt.

Auf all diese Vorwürfe kam Wolf tatsächlich zu sprechen. Und er hatte auch eine Erklärung dafür: Er sehe den Versuch, der Politik "wieder mehr Einfluss auf den ORF zu gewinnen". Den Inhalt der Kritik kann Wolf nicht nachvollziehen. Der zentrale Vorwurf laute, dass die ORF-Information tue, "was sie will". Dies sei für Wolf "wirklich interessant". "Genau so könnte man nämlich unabhängigen Journalismus definieren." Auffällig sei zudem, dass sich alle Parteien über den ORF auslassen. "Wenn sich alle beschweren, könnte das heißen, dass wir einfach schlecht arbeiten. Das würde allerdings nicht erklären, warum unser Publikum wächst."

Auch die Neustrukturierung des ORF kommentierte Wolf. Gegen den Plan, für ORF eins und ORF 2 sogenannte Channel Manager zu installieren, sei "grundsätzlich nichts zu sagen". Zu denken gibt dem 50-Jährigen aber, dass die Posten schon vorab vergeben scheinen. Etwa an den früheren Salzburger Landesdirektor Roland Brunhofer. Brunhofer wurde von Wolf nicht namentlich erwähnt, aber dessen Besetzung kritisiert. Unter anderem würden die Vorwürfe von Brunhofer und des SPÖ-"Freundeskreises" im Stiftungsrat auffällig gut zusammenpassen. Und Wolf schloss mit einem Seitenhieb auf Erwin Pröll: Die Aufgabe des ORF sei es, das Publikum zufriedenzustellen. "Und nicht Politiker glücklich zu machen. Egal, ob sie eine Privatstiftung haben oder nicht."

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