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Assad-Interview bringt italienische TV-Anstalt RAI in Verlegenheit

Ein Interview mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hat der öffentlichen italienischen Rundfunkanstalt Rai Ärger eingebracht.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad SN/APA (AFP)/HO
Syriens Machthaber Bashar al-Assad

Rund zwei Wochen nachdem eine Journalistin des Senders mit dem Machthaber in Damaskus gesprochen hatte, war das Interview noch nicht gesendet worden. Rai-Generaldirektor Fabrizio Salini teilte mit, das Interview sei von keiner leitenden Stelle bei Rai in Auftrag gegeben worden. "Deshalb konnte nicht vorher ein Sendetermin festgelegt werden", erklärte Salini. Die Gewerkschaft der Rai-Journalisten forderte umgehende Klarheit.

Am Montagabend teilte der Sender mit, das Interview solle in der Online-Mediathek RaiPlay laufen.

Die italienische Zeitung "La Repubblica" hatte am Wochenende berichtet, dass die Journalistin Monica Maggioni das Interview geführt habe. Sie war von 2015 bis 2018 Rai-Präsidentin und leitet jetzt die Vermarktungsgesellschaft Rai Com.

Auf einer anscheinend regimetreuen Facebook-Seite namens "Syria Analysis" heißt es in einem Post vom Samstag zu einem Foto, dass Assad Maggioni das Interview am 26. November gegeben habe. Es sei eine gleichzeitige Ausstrahlung beim Nachrichtensender Rai News 24 und in den syrischen Medien für den 2. Dezember vereinbart gewesen. Am 2. Dezember und noch zweimal danach habe Rai aber um einen Aufschub gebeten, ohne einen neuen Sendetermin zu nennen.

"Dies ist ein weiteres Beispiel für westliche Versuche, die Wahrheit über die Lage in Syrien zu verbergen", hieß es weiter.

Quelle: APA

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