Medien

Auf Google löschen: Was das Internet wirklich vergessen darf

146.000 Internetnutzer haben offenbar etwas zu verbergen. Auch Tausende Österreicher sind unter ihnen. Doch was löscht Google tatsächlich, seit es das Recht auf Vergessen im Netz gibt?

Auf Google löschen: Was das Internet wirklich vergessen darf SN/AP
Was muss Google löschen? Ein einheitliches Regelwerk soll kommen.

Vorstrafen und Fälle von Cybermobbing. Peinliche Fotos und Beschimpfungen. Aber auch berechtige Anschuldigungen oder kritische Medienberichterstattung. Seit der Europäische Gerichtshof (EuGH) beschlossen hat, dass Google vergessen lernen muss, haben sich 146.000 Internetnutzer beim Suchmaschinenriesen gemeldet. 499.000 unliebsame Links sollen entfernt werden, rund 11.000 davon für österreichische Nutzer. 42 Prozent der Links wurden auch bereits gelöscht. Da Google jedoch jeden Antrag einzeln prüfen muss, hat der IT-Konzern einen Experten-Beirat einberufen, der einheitliche Regeln aufstellen soll. Das EuGH-Urteil lässt genug Spielraum: Links müssen etwa entfernt werden, wenn die Information verjährt ist oder nicht mehr dem eigentlichen Zweck entspricht."Lösch-Gremium" tagte in BerlinAm gestrigen Dienstag tagte das "Lösch-Gremium" erstmals in Berlin. In Paris, Madrid, Warschau und Rom hat sich der Beirat bereits getroffen, um Meinungen aus Politik, Wirtschaft oder von Technologieexperten einzuholen. Termine in Brüssel und London werden folgen.

Konkrete Ergebnisse förderte das Treffen in der deutschen Hauptstadt nicht zutage. Verbraucherschützer und Internet-Experten forderten Google lediglich dazu auf, weniger häufig den Löschanträgen nachzugeben. Es gebe genug Einträge, die ein öffentliches Interesse widerspiegeln, etwa Bewertung auf eBay oder journalistische Beiträge. Matthias Spielkamp, Vorstandsmitglied von "Reporter ohne Grenzen", verlangte, dass journalistische Inhalte sogar gänzlich vom "Recht auf Vergessen" ausgenommen werden sollen. Parallel wurde der zeitliche Rahmen bestätigt: Bis Jahresende sollen die Regeln feststehen, die einheitlich vorgeben, was Google vergessen soll.

All jene, die selbst noch einen Löschantrag stellen wollen, können das über dieses Online-Formular nachholen.

Aufgerufen am 21.11.2018 um 05:00 auf https://www.sn.at/panorama/medien/auf-google-loeschen-was-das-internet-wirklich-vergessen-darf-3098776

Schlagzeilen