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Autor: "New York Times" hat den Mythos Castro erschaffen

Kubas Staatschef Fidel Castro wäre ohne die Berichterstattung der "New York Times" womöglich nicht zu der Legende geworden, die er war: Dies meint zumindest der Autor und langjährige Korrespondent des Blattes, Anthony DePalma.

Autor: "New York Times" hat den Mythos Castro erschaffen SN/AP
Fidel Castro ist eine zeitgeschichtliche Legende.

In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur beschreibt DePalma, wie aus seiner Sicht der Mythos Castro erschaffen wurde. 1957 habe der "NYT"-Journalist Herbert Matthews den damals 30-jährigen Castro im kubanischen Dschungel interviewt, so DePalma. Damals hielten viele den Revolutionär für tot, die Berichterstattung half Castro. Matthews sei von dem Revolutionär fasziniert gewesen und habe geschrieben, dass Castro klare Vorstellungen von Freiheit, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit habe. Matthews habe Castro den US-Lesern als Held präsentiert, sagte DePalma, Autor eines Buches über Castro und Matthews. "Es war wie eine Robin-Hood-Geschichte aus Lateinamerika."

Matthews habe stets betont, Castro sei kein Kommunist. Erst als Castro 1961 selbst von einer sozialistischen Revolution gesprochen hatte, habe Matthews seine Fehleinschätzung zugegeben, so DePalma. Hätte die damalige reguläre Kuba-Korrespondentin des Blattes das Interview geführt, wäre die Geschichte vielleicht ganz anderes verlaufen, fügte DePalma hinzu.

Quelle: Dpa

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