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Bekommt der ORF doch keinen Unterhaltungschef?

Der frühere Salzburger Landesdirektor Roland Brunhofer könnte wider Erwarten leer ausgehen.

Roland Brunhofer galt als Kandidat Nummer eins für den Posten als ORF-Unterhaltungschef. SN/christian sprenger
Roland Brunhofer galt als Kandidat Nummer eins für den Posten als ORF-Unterhaltungschef.

Eigentlich schien alles auf Schiene: Der ORF suchte offiziell einen Nachfolger für Unterhaltungschef Edgar Böhm, der mit Jahresende in Pension geht. Mehrere Kandidaten bewarben sich - und stellten sich auch schon internen Hearings. Nur noch die Entscheidung von Generaldirektor Alexander Wrabetz stand aus. Sein Favorit soll aber der frühere Direktor des ORF Salzburg, Roland Brunhofer, gewesen sein. Doch nun könnte alles anders werden: Wie aus ORF-Kreisen zu hören ist, soll Thomas Zach, Leiter des ÖVP-Freundeskreises, Alexander Wrabetz nahegelegt haben, die Stelle gar nicht nachzubesetzen. Vielmehr sollen die beiden Verantwortlichen für ORF eins und ORF 2, Lisa Totzauer und Alexander Hofer, die Unterhaltung mitübernehmen.

Die ORF-Generaldirektion wollte sich dazu nicht äußern. Alexander Wrabetz sagte aber bereits nach der Stiftungsratssitzung vergangene Woche, dass er überlege, einige Führungspositionen nicht nachzubesetzen. Thomas Zach verweist indes im SN-Gespräch darauf, dass es "die alleinige Entscheidung des Generaldirektors sei". Aber er ergänzt: "Ich glaube, dass die Gelegenheit der Pensionierungen genützt werden soll, Überlegungen in Richtung Trimedialität einfließen zu lassen." Auf Nachfrage, was dies konkret bedeute, sagte der Leiter des ÖVP-Freundeskreises lediglich, dass man die Chance nutzen sollte, "multimediale Ressorts" zu schaffen.

SPÖ-Stiftungsrat Heinz Lederer wird da deutlicher: Er sei der Meinung, dass "klare Entscheidungshierarchien" notwendig seien - ohne sich dabei für bestimmte Personen aussprechen zu wollen. "Die Unterhaltung kann nicht einfach jemand nebenher machen" sagt Lederer. Und den Verweis auf Trimedialität oder Digitales lässt er ebenso wenig gelten: Auch hier brauche man Entscheider - "denn die Digitalwelt ist eine Unterhaltungswelt". Sollte sich der Generaldirektor dennoch dagegen entscheiden, den Posten zu besetzen, würde das "große Probleme bei mir auslösen".

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