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Berlin-Anschlag: Journalisten-Verband kritisiert Informationspolitik

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Informationspolitik der Ermittlungsbehörden nach Ereignissen wie dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin am 19. Dezember in Frage gestellt.

Wie und wann sollen Medien informiert werden? (Symbolbild) SN/APA/dpa/Roland Weihrauch
Wie und wann sollen Medien informiert werden? (Symbolbild)

"Ich habe prinzipiell Verständnis dafür, dass Ermittler in Ruhe ihre Arbeit machen und ihre Nachforschungen nicht durch allzu umfassende Veröffentlichung von Detailinformationen gefährden wollen", sagte der DJV-Vorsitzende Frank Überall am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Dagegen stehe aber das Recht der Öffentlichkeit auf verlässliche Fakten.

"Es ist immer häufiger zu beobachten, dass Staatsanwaltschaften in der ganzen Republik gegenüber Journalistinnen und Journalisten äußerst zurückhaltend mit Informationen sind. Das gilt auch und gerade für die Bundesanwaltschaft", so Überall. Dies sei für eine aufgeklärte, demokratische Öffentlichkeit keine gute Entwicklung.

"Wenn neue Erkenntnisse nicht mehr von den Behörden an die Medien gegeben werden, wird es immer schwieriger, zwischen Gerüchten und "Fake-News" auf der einen und unbestätigten, professionellen Rechercheergebnissen auf der anderen Seite zu unterscheiden."

Überall sieht die Strafverfolgungsbehörden in der Verantwortung, "zu einer aktiveren Information der Öffentlichkeit zurückzukehren". "Auskunftsverweigerung gegenüber professionellen Medien kann nicht die Antwort auf die Ungeduld des Internets sein - ganz im Gegenteil", sagte der DJV-Vorsitzende.

Quelle: Apa/Dpa

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