Medien

Bilder der Pandemie können Kinder verstören

Psychologin fordert Medien wie Eltern auf, sich mögliche Folgen bewusst zu machen.

Vor allem in grauen Zeiten wie diesen müsse man sich bewusst machen, mit welchen Bildern man Kinder konfrontiert. SN/pixabay
Vor allem in grauen Zeiten wie diesen müsse man sich bewusst machen, mit welchen Bildern man Kinder konfrontiert.

Barbara Hanfstingl bezeichnet es selbst als "Appell": Vor wenigen Tagen wandte sich die Psychologin am Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung der Uni Klagenfurt mit einem Rund-E-Mail an die heimischen Medien. Ihre Grundbotschaft: Die Medienhäuser, aber auch Eltern müssten sich stärker Gedanken machen, wie manche Bilder der Pandemie auf Kinder wirken. Ein Beispiel seien aufwendige Darstellungen von RNA-Strängen. "Für Kinder können sich diese Stränge leicht zu Würmern oder Schlangen entwickeln, die sie in ihren Träumen verfolgen", sagt Hanfstingl im SN-Gespräch. Ein anderes Beispiel sei das Sprachbild der "explodierenden Zahlen": Es gebe den belegten Fall, dass ein Kind danach selbst vor Zahlen auf dem Adventkalender Angst gehabt habe.

Bild: SN/privat
Bei Kindern über zehn Jahre sollte man die Pandemie und die Sorgen dazu offen ansprechen.
Barbara Hanfstingl, Psychologin und assoziierte Professorin am Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung der Uni Klagenfurt

Die Psychologin konstatiert, dass es sich etwa für Medienhäuser um eine "Gratwanderung" handelt. Einerseits müsse man fundiert informieren, andererseits solle man die möglichen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche im Blick haben.

Für Eltern hat Hanfstingl jedenfalls konkrete Tipps: Bei Kindern mit weniger als zehn Jahren sollte der Medienkonsum - vor allem in Zeiten wie diesen - eingeschränkt oder zumindest kontrolliert werden. Bei älteren Zöglingen plädiert Hanfstingl dafür, die Pandemie und all die Sorgen drum herum offen anzusprechen. Es sollte nichts verheimlicht oder verharmlost werden. Parallel bräuchten Kinder einen Raum, in dem sie sich angstfrei bewegen können. "Das geht am besten an der frischen Luft, ohne Medien, mit anderen Kindern."

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