Medien

Der stille Niedergang der Wirtschaftspresse

Österreichs einzige Wirtschaftszeitung steht vor dem Aus. Dabei soll das Wirtschaftsinteresse so groß wie nie sein. Was in der Branche falsch läuft.

Der stille Niedergang der Wirtschaftspresse SN/fotolia/eisenhans
Hat sich das Konzept der täglichen Wirtschaftszeitung überholt?Hat sich das Konzept der täglichen Wirtschaftszeitung überholt?

Es war ein Ende, das sich abgezeichnet hat. Und dennoch ist der Nachhall laut. Am Dienstagabend bestätigte der Styria-Verlag, dass man das "WirtschaftsBlatt" einstellt. Österreichs einzige tägliche Wirtschaftszeitung wird am

2. September letztmals erscheinen.

Am Tag nach dem Aus gab es die üblichen Schuldzuweisungen. Der hausinterne Betriebsrat sah die Zusammenführung mit der "Presse" 2013 als "finalen Schlag", auch die Gewerkschaft kritisierte verfehlte Rationalisierungsmaßnahmen. Der Österreichische Journalisten Club wirft der Regierung "verfehlte Medienpolitik" vor und der Verband Österreichischer Zeitungen verlangt eine Neuordnung der Presseförderung. Doch keiner konnte das Kernproblem des "WirtschaftsBlatts" vom Tisch wischen: die geringe Leserzahl. Die verkaufte Auflage lag zuletzt bei 20.380 Stück. 1996, ein Jahr nach der Gründung und kurz nachdem man die Abonnenten der "WirtschaftsWoche" übernommen hatte, war von mehr als 50.000 Stück die Rede. Ist der Leserschwund an Fehlplanungen im Haus festzumachen? Oder hat sich das Konzept der täglichen Wirtschaftszeitung überholt?

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