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Deutsche-Welle-Korrespondent von Polizisten in Rumänien angegriffen

Bei dem massiven Polizeieinsatz gegen regierungskritische Demonstranten in Rumänien ist nach Angaben der Deutschen Welle (DW) ein Korrespondent des Senders von Sicherheitskräften angegriffen worden.

In Bukarest brannte am Wochenende die Luft. SN/APA/AFP/ANDREI PUNGOVSCHI
In Bukarest brannte am Wochenende die Luft.

Der DW-Reporter Cristian Stefanescu sei bei der Kundgebung am Freitagabend in Bukarest zunächst verbal und dann körperlich attackiert worden, erklärte der Sender am Dienstag. Stefanescu habe bei der Bukarester Staatsanwaltschaft eine Klage wegen Körperverletzung eingebracht.

Stefanescu sagte dem Sender zufolge, er sei bei der Kundgebung auf dem Bukarester Victoriaplatz mit Schutzschildern und Schlagstöcken von der Polizei angegriffen worden. Er habe seinen Journalistenausweis sichtbar getragen und mehrfach erklärt, dass er als Journalist berichte.

Gemeinsam mit weiteren Reportern habe er sich vor dem Naturwissenschaftlichen Museum aufgehalten, erklärte Stefanescu demnach weiter - in einem Areal, in dem sich keine gewaltbereiten Hooligans befunden hätten. "Diese standen am anderen Ende des Platzes und waren bereits eingekesselt", sagte er. Die DW legte nach eigenen Angaben Protest bei den rumänischen Behörden ein.

Die Polizei hatte die Großdemonstration am Freitag, an der bis zu 80.000 Menschen teilgenommen hatten, mit Tränengas und Wasserwerfern aufgelöst. Es gab rund 30 Festnahmen, mehr als 450 Menschen wurden verletzt. Ihren gewaltsamen Einsatz bezeichnete die Polizei als "angemessene" Reaktion auf gewalttätige Demonstranten. Demnach hatten dutzende Teilnehmer, vor allem Fußball-Fans, die Sicherheitskräfte mit Steinen und Wasserflaschen beworfen.

Die Proteste in Rumänien richteten sich gegen Korruption in der Regierung und die Pläne der regierenden Sozialdemokraten, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung zu lockern und das Justizsystem umzubauen. Zur Unzufriedenheit tragen auch die schlechten Jobperspektiven in dem südosteuropäischen Land bei.

Quelle: Apa/Afp

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