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Die "Peanuts" verzücken seit 70 Jahren ihr Publikum

Der "Verlierer" Charlie Brown und der Hund Snoopy: Die Comicfiguren von Charles M. Schulz sind Kult geworden.

Hat sich sichtlich jung gehalten: die Comicfigur Snoopy SN/apa (afp)
Hat sich sichtlich jung gehalten: die Comicfigur Snoopy

Selbst der eigene Hund tanzt ihm auf der Nase herum. Charles M. Schulz wusste, was er tat, als er den sympathischen Verlierer Charlie Brown und seine Freunde erschuf: "Gewinnen ist großartig, aber nicht lustig", sagte der US-Comiczeichner einmal. Kaum jemand lacht über einen, den alle mögen, dem alles gelingt. Denn gerade im Kampf mit den kleinen wie großen Widrigkeiten des Lebens liegt bittersüße Komik.

Die "Peanuts" haben einen oft philosophischen, manchmal melancholischen und doch stets lebensbejahenden Blick auf unser Dasein. Allen voran der ewige Loser Charlie Brown - eine, so Schulz, "Karikatur der Durchschnittsperson". Mit ihm beginnt das "Peanuts"-Universum, als am 2. Oktober 1950 der erste Comicstrip in sieben US-Zeitungen erscheint. Und gleich wird er von einem unbekannten Jungen angegangen: "Der gute alte Charlie Brown", ruft der dem Vorbeigehenden vermeintlich wohlwollend zu - um im letzten Bild zu rufen: "Wie ich ihn hasse!"

Kinder hatten in Schulz' Comics schon zuvor eine Rolle gespielt. Sein Lehrer und Mentor riet ihm, noch mehr davon zu zeichnen. Schulz befolgte den Rat und die Welt um Charlie Brown wuchs nach und nach an: eine Kinderwelt, deren Figuren jedoch auch alles aufgreifen, womit sich Erwachsene so herumschlagen. Nicht umsonst bietet die herrische, scharfzüngige Lucy psychologische Hilfe an. Charlie Brown nimmt sie auch in Anspruch, wenn er einmal mehr am Leben verzweifelt. Aber auch die anderen Figuren befassen sich stets mit den ganz großen Fragen. Besonders Snoopy. Anfangs noch auf vier Beinen und ohne die Fähigkeit zu sprechen unterwegs, entwickelt sich Charlie Browns Beagle im Lauf der Zeit zu einer den Kindern gleichwertigen Figur - was seinem Zeichner zu neuen erzählerischen Möglichkeiten verhilft. Sie tragen nicht nur Tausende Comicstrips, sondern auch TV-Sendungen und Kinofilme. Was den Zuschauern der Verfilmungen noch im Ohr ist: Wenn Erwachsene - meist Lehrer - sprechen, ist es nie zu verstehen. Es erklingt nur ein gedehnter Posaunenton, etwa "Wah-woah-wah".

Die wiederkehrenden Motive mit stets neuen Pointen - mal zum Lächeln, mal zum Lachen - sind nur ein Grund, warum die "Peanuts" so vielen ans Herz gewachsen sind. Ein anderer sind die Figuren selbst, die ihren Eigenheiten treu bleiben und dennoch pointiert weiterentwickelt werden. Bis zum letzten der knapp 18.000 Comicstrips, der an einem Sonntag im Februar 2000 erschienen ist - nachdem ihr Erfinder in der Nacht zuvor gestorben war.

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