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Du+Ich=Österreich - Neue Kampagne soll Corona-Gräben zuschütten

ORF, Ärztekammer, Rotes Kreuz und Gesundheitskasse starten eine bundesweite Initiative für Dialog und Zusammenhalt. ORF stellt kostenlose Werbeplätze zur Verfügung.

ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer will das zwischenmenschliche Klima in Österreich wieder verbessern. SN/apa/herbert neubauer
ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer will das zwischenmenschliche Klima in Österreich wieder verbessern.

Die Coronapandemie hat in der Gesellschaft tiefe Spuren hinterlassen. Maskenpflicht, Lockdowns, 2G-Regel und zuletzt die Impfpflicht sorgten für hitzige Diskussionen selbst im engsten Freundeskreis und innerhalb vieler Familien. Um das Verbindende wieder vor das Trennende zu stellen, haben ORF, Ärztekammer, Rotes Kreuz und die Gesundheitskasse daher die Kampagne "Du+Ich=Österreich" ins Leben gerufen und bei einem Online-Pressegespräch am Mittwoch in Wien präsentiert.

"Die Pandemie hat uns allen viel Kraft gekostet. Wir dürfen nicht zulassen, dass durch diese Pandemie wichtige Beziehungen zur Familie, zu Freunden, Kollegen und Nachbarn darunter leiden", appellierte Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes an die Bevölkerung.

Die bundesweite Kampagne, die bereits seit 13. Jänner läuft, besteht aus TV- und Radiospots, Print-Inseraten sowie einer Webseite mit Sujets, die in den persönlichen Social Media-Profilen unter dem Hashtag #LasstUnsReden geteilt werden können und zu versöhnlichen Diskussionen animieren sollen. Unter www.lasstunsreden.at findet man zudem Gesprächstipps, um typische Diskussions-Dynamiken, die zu Vorwürfen und Pauschalurteilen führen können, zu vermeiden. Ziel eines Gesprächs soll nicht unbedingt sein, den anderen von der eigenen Meinung zu überzeugen, sondern mit Empathie, Wertschätzung und ehrlichem Interesse Brücken zu bauen.

"Erinnern wir uns wieder daran, was uns verbindet: Lasst uns gemeinsam reden", so Schöpfer weiter.

Plädoyer für einen humanen Umgangston

"Für einen guten und fruchtbaren Dialog braucht es aber einen humanen Umgangston. Aufgeregte Worte können wie feindselige Waffen wirken." Insbesondere Politiker sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. "Es wäre schön, wenn man einen versöhnlicheren Umgangston finden würde, wo man andere nicht runtermacht, sondern auf Augenhöhe Respekt zollt", so Schöpfer weiter.

Auch für Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres ist Corona nicht nur eine medizinische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung: "Wir dürfen nicht zulassen, dass wissenschaftliche Fakten und medizinischer Konsens negiert, verzerrt und so zur Spaltung der Gesellschaft missbraucht werden. Die ÖÄK spricht sich daher für Solidarität und Respekt sowie eine offene und konstruktive Gesprächskultur aus."

ORF-Generaldirektor Weißmann sieht die Förderung von Zusammenhalt und Dialog in der Gesellschaft als "eine wichtige Aufgabe" an, "die wir gerne übernehmen." Der ORF werde daher in den kommenden sechs Wochen kostenlose Werbeplätze im Radio, TV und Online zur Verfügung stellen, aber auch mit eigenen Programminitiativen die Kampagne unterstützen.

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