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Ein Blick in die Zukunft: Die Technologietrends 2019

Können wir unser Smartphone künftig falten? Heben wir mit dem Flugtaxi ab? Und sagt uns Alexa bald, wohin wir auf Urlaub fahren sollen? Fünf Technologietrends, die 2019 prägen könnten.

Auch E-Sports, Clouds, dem Mobilfunkstandard 5G, smarten Lautsprechern und künstlicher Intelligenz soll die Zukunft gehören. SN/stock.adobe.com/gorodenkoff/sdecoret/irsak/ap, montage: einböck
Auch E-Sports, Clouds, dem Mobilfunkstandard 5G, smarten Lautsprechern und künstlicher Intelligenz soll die Zukunft gehören.

Auf Zuruf bestellt der smarte Lautsprecher ein Flugtaxi. Wenig später flattert das drohnenähnliche Transportmittel ein. Im Taxi schaut sich der Passagier ein Ultra-HD-Video auf seinem faltbaren Smartphone an. Und bei Ankunft zahlt er kontaktlos via Handy.
Pure Science Fiction - oder schon bald Realität? Die Trendforscher der IT-Riesen Cisco und Dell haben ebenso wie die Wirtschaftsberater von Deloitte die Technologietrends für 2019 ausgegeben. Die SN greifen fünf davon auf - und prüfen sie mit Michael Gattereder, Geschäftsführer der Agentur DigitalWerk.

1. Alexa und ihre Kolleginnen bestimmen, wo's langgeht

Allein in Deutschland setzt bereits jeder Vierte auf eine Smart-Home-Anwendung, also etwa auf ein intelligentes Beleuchtungssystem. Sprachassistenten wie Amazons Echo mit der Alexa-Technologie haben es schon in 13 Prozent der Haushalte geschafft. "Auch bei der älteren Zielgruppe werden Smart Speaker immer beliebter", sagt Experte Gattereder. Ein Anwendungsszenario: Bald würden die meisten Fernseher mit den Speakern verknüpft und somit gesteuert werden.

Alexa und Co. stehen für den Trend zur künstlichen Intelligenz (KI), der laut Gattereder immer weiter greifen wird. "Unterwegs diktiere ich meine E-Mails nur noch mit dem Handy." Und das Ende der Fahnenstange sei noch lang nicht erreicht. "Künftig wird mir die KI Reisedestinationen vorschlagen oder Versicherungsprodukte vergleichen." Aber birgt das nicht Gefahren? Durchaus, sagt Gattereder. Die große Frage werde sein, wer Zugang zu der Datenmasse bekomme. "Und da mache ich mir bei Regierungen noch mehr Sorgen als bei Firmen."

2. Mobilfunkstandard 5G lässt uns schneller surfen

2019 soll 5G den Mobilfunkstandard 4G ersetzen. Und der Schwenk käme einer kleinen Revolution gleich: Ein Video lässt sich mit 5G rund 100 Mal schneller laden als mit 4G. Doch 5G wird in Österreich wohl erst 2020/2021 ankommen. Und selbst dann wohl zuerst im Businessbereich, meint Gattereder - etwa in großen Lagern oder bei aufwendigen Telematik-Systemen. 5G für Privatkunden anzubieten sei wohl noch zu teuer.

3. Flugtaxis sollen das Stauproblem lösen

"Wenn alles gut geht, werden wir mit Flugtaxis starten, bevor der 5G-Ausbau durch ist", sagte die deutsche Digitalministerin Dorothee Bär in einem SN-Interview Mitte des Jahres. Und erst vor Kurzem machte die Europäische Agentur für Flugsicherheit als erste Behörde weltweit einen Vorschlag zur Regulierung von Flugzeugen, die senkrecht und ohne Laufbahn starten. Michael Gattereder glaubt zwar, dass Flugtaxis kommen werden - samt Uber für fliegende Taxis. Aber zuerst in Asien, dem arabischen Raum, den USA. "Bei uns machen es die Topografie - die Berge - und das Wetter schwierig", sagt der Experte.

4. Handys werden faltbar - und zur Kreditkarte

Erst im November zeigte Samsung erstmals ein faltbares Smartphone. Das Gerät hat die gewohnte Handy-Größe, kann aber über einen biegsamen Bildschirm auf Tablet-Dimensionen ausgeklappt werden. "Faltbaren Displays gehört die Zukunft", ist sich Gattereder sicher. Bei Smartphones sei Samsung der Innovationsführer. Doch die flexiblen Bildschirme könnten auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, etwa bei PCs. "Klappen, falten, kleben - das alles ist schon möglich."

Zudem werden Handys noch einen Bereich erobern: das Bezahlen. Erst vor Kurzem startete Apple Pay in Deutschland. Dabei muss der Nutzer lediglich seine Kreditkarte im iPhone hinterlegt haben - und es dann an den Kassenterminal halten. Im Moment gebe es bei vielen Kunden noch psychologische Hemmschwellen, meint Gattereder. Doch die werden überwunden: "Spätestens wenn ich Rabatt kriege, sobald ich mit dem Handy zahle, werde ich es nutzen."

5. Warten auf das "next big thing"

Alle Innovationen haben eines gemein: Von ihnen wird schon seit Jahren gesprochen. Wo bleibt "the next big thing", also der große Wurf? Offenbar könne es noch dauern, bis dieser kommt. "Momentan wird primär weiterentwickelt", sagt Gattereder. Und er ergänzt: "Auch 2019 wird eher ein Jahr der Evolution und weniger der Revolution."

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