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Fantasy-Fieber: Hunderte Fans bei "Throne Con"

Wie es Hodor auf de "Eisernen Thron" schafft.

Hodor auf dem "Eisernen Thron"? In der Serie "Game of Thrones" undenkbar, in Hannover möglich. Rund 800 Fans drängen sich am Freitag bei der "Throne Con", um zehn Darsteller der US-Fantasy-Reihe zu treffen. Zur Begrüßung spielt ein Orchester die "Game of Thrones"-Melodie im opulenten Saal des Flughafenhotels. Die Schauspieler laufen unter lautem Jubel der Fans ein. Als Kristian Nairn die Bühne betritt, steigt der Lärmpegel noch einmal an - der kräftige Nordire mit weißem Rauschebart hat in der Serie den einfältigen Diener Hodor verkörpert.

"Für uns ist das heute auf jeden Fall der Lieblingscharakter", erklärt die 27-jährige Jennifer Weißhuhn, die mit ihrem Mann Daniel vor Ort ist. Die beiden hatten sich für je knapp 240 Euro ein VIP-Ticket für die Veranstaltung gekauft - ein Gruppenfoto mit den Stars inklusive. "Das ist unsere erste Convention", sagt die Hannoveranerin. "Dafür kann man schon mal Geld ausgeben."

Mehr Erfahrung mit solchen Fan-Veranstaltungen hat Erik Heintze. Der 42-Jährige hat eine Leinwand in der Hand, mit der er auf Autogrammjagd ist. Alle zehn Darsteller und Darstellerinnen, die heute dort sind, sollen darauf unterschreiben, auch wenn Autogramme jeweils 20 Euro kosten. "Das ist noch wenig", erläutert der Kölner. Bei anderen Veranstaltungen in Belgien oder London habe er bis zu 100 Euro pro Unterschrift bezahlt, da waren aber auch hochkarätigere Charaktere anwesend. Sein Tagesbudget für heute: 500 Euro.

Hannover ist nicht London und Hodor ist nicht Jon Schnee. Zur "Throne Con" sind größtenteils Schauspieler angereist, die in der Serie Nebenrollen verkörperten. Neben Hodor-Darsteller Kristian Nairn sind viele Fans des Alfie Allen (in der Serie: Theon Graufreud) und des deutschen Schauspielers Tom Wlaschiha (in der Serie: Jaqen H'ghar) gekommen. Kit Harington, der den zentralen Charakter Jon Schnee verkörpert, hatte den Weg nach Hannover eben so wenig gefunden wie Emilia Clarke, die Daenerys Targaryen spielte.

Letztere ist jedoch auf ganz andere, teils schmerzhafte Weise präsent. "Daenerys ist eine emanzipierte Frau, mit der ich mich gut identifizieren kann", sagt Katharina Schröder und beißt die Zähne zusammen. Noch während sie spricht, setzt Mario Klingeberg die Tätowiernadel an und beginnt damit, drei kleine Drachen in die Haut am Unterschenkel der 30 Jahre alten Altenpflegerin zu ritzen. Die Drachen stehen für das Familienwappen von Daenerys Targaryen, die in der Serie eine tragende Rolle einnimmt, und sind ein begehrtes Motiv: Vor der kleinen Tattoo-Ecke im Foyer des Hotels tummeln sich permanent Interessenten.

Und dann ist da noch der "Eiserne Thron": Wer auf ihm sitzt, herrscht über die sieben Königslande. Zumindest in der Serie. In Hannover ist in einem kleinen Nebenraum eine Nachbildung aufgebaut. Fans können darauf Platz nehmen und sich für 100 Euro mit den Darstellern ablichten lassen, im VIP-Ticket ist dieser Service eingeschlossen.

Zum Pressetermin betritt Kristian Nairn den Raum, der Hodor-Darsteller. Eine imposante Erscheinung, die modischen Sternentattoos über dem rechten Auge lassen ihn heute anders wirken als seine trottelige Figur aus der Serie. Für die Fotografen nimmt er auf dem Thron Platz, posiert, zieht Grimassen. Hodor hat es auf den "Eisernen Thron" geschafft.

Quelle: Dpa

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