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Fesselnd, historisch, erotisch - so soll und darf Fernsehen sein

Das Unterhaltungsprogramm hat im Fernsehen neben der Information einen besonders großen Stellenwert. Die ARD bietet so Gegensätzliches wie Houellebecq und Maria Furtwängler.

 SN/wdr presse und information/bildk

Noch immer ist das Fernsehen das audiovisuelle Leitmedium. Und es lässt sich nicht nur dank der TV-Theken, sondern auch mithilfe eines Festplattenrecorders wie ein Streamingdienst nutzen. Also dann sein Programm abzurufen, wann der Kunde es will. Und das ohne Zusatzkosten.

Einer der großen ausländischen Sender, die ein außerordentlich attraktives Programm - noch dazu ohne Werbeunterbrechungen - in die Schlacht um die Zuschauerquoten werfen, ist die ARD. Sie ist im Gegensatz zum ZDF allerdings genau genommen gar keine selbstständige Sendeanstalt, sondern ein aufwendig koordinierter Zusammenschluss der deutschen Landesrundfunkanstalten, die selbst zudem sogenannte "Dritte Programme" produzieren.

Diese ARD hat für 2018 stattliche Fernsehereignisse vorbereitet. Der unbestrittene Höhepunkt ist die 16-teilige Verfilmung von Volker Kutschers Bestseller "Das nasse Fisch", der unter dem verheißungsvollen Namen "Babylon Berlin" nicht nur mit einem Staraufgebot, sondern auch mit dem Versprechen eines packenden Thrillers antritt.

Im Zuge eines Themenabends wird "Unterwerfung" gezeigt, eine Art Filmcollage nach dem gleichnamigen Roman von Michel Houellebecq, bestehend aus Spielszenen und Ausschnitten aus der Theaterinszenierung des Deutschen Schauspielhauses. Im Anschluss diskutiert Sandra Meischberger mit Gästen über Islamismus und Rechtsextremismus. Dazu passt der Politthriller "Saat des Terrors" mit Christiane Paul und Heiner Lauterbach. Geschichtsträchtig ist der Zweiteiler über die Modeverlegerin "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau". Eine große Rolle gibt es für den Oberösterreicher Fritz Karl mit der Titelfigur der Serie "Falk", in deren Mittelpunkt ein durch sein exzentrisches Auftreten und eine haarsträubende Arbeitsweise berüchtigtes Mitglied der Düsseldorfer Kanzlei Offergeld & Partner steht.

Lustiger, zugleich auch tragisch ist die Serie "Die Heiland: Wir sind Anwalt", in der Lisa Martinek eine blinde Strafverteidigerin spielt. Die Reihe "Blind ermittelt" ist das Gegenstück dazu - mit Philipp Hochmair in der Hauptrolle eines erblindeten Hauptkommissars. Beide Filme sind für das dritte Quartal 2018 vorgesehen.

Im glamourösen München handelt "Der große Rudolph" über den berühmt-berüchtigten Modezar Rudolph Moshammer. Es geht um den Hoch- und Geldadel - und Mutter Else im Hintergrund, die von Hannelore Elsner verkörpert wird.

Das Paar Christian Berkel und Andrea Sawatzki spielt in "Scheidung für Anfänger" - ihre Figuren haben nach 24 Jahren Ehe genug voneinander. Dafür will jetzt Tochter Franziska heiraten.

Die Solofilme des ehemaligen "Polizeiruf 110"-Beamten Horst Krause werden mit "Küss die Hand, Krüger" fortgesetzt. Allerdings gerät sein gewohntes Eisbein-Essen in Gefahr, als seine Wirtin kundtut, dass sie nach Österreich ziehen will.

Zur Reihe der "Eventfilme" zählt der Zweiteiler "Gladbeck", über einen Bankraub, der 1988 zu einem Polizei- und Medienskandal ausartete. 54 Stunden lang fuhren zwei Bankräuber mit Geiseln durch Deutschland und konnten nicht gestoppt werden. Immer "mit dabei": Die Boulevardpresse.

Auch der "Tatort" ruht nicht, weder in Köln noch in Dortmund (am kommenden Sonntag mit dem Fall "Tollwut") oder in Weimar, um nur einige Schauplätze zu nennen. Eine bemerkenswerte Kino-Koproduktion der ARD ist "Das Wetter in geschlossenen Räumen", die am 25. März zu sehen sein wird. Darin spielt Maria Furtwängler die Entwicklungshelferin Dorothea, die alkoholabhängig ist und eine verhängnisvolle Affäre beginnt.

Das Sommerkino hat mit dem Provinzkrimi "Grießnockerlaffäre" nach Rita Falks Roman sein Highlight. Sebastian Bezzel und Simon Schwarz spielen die Hauptrollen.

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