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Fleischhacker verlässt Chefredaktion von NZZ.at

Es ist ein Abschied, über den schon länger spekuliert wurde. Und dennoch überraschte vor allem der Zeitpunkt: Wie die SN vorab erfahren haben, ist Michael Fleischhacker ab November nicht mehr Teil der Chefredaktion von NZZ.at.

Fleischhacker verlässt Chefredaktion von NZZ.at SN/servus tv/seeger
Michael Fleischhacker ist nicht mehr Teil der NZZ.at-Chefredaktion.

Fleischhacker wird für den Österreich-Ableger der "Neuen Zürcher Zeitung" zwar weiterhin als Autor und Moderator, jedoch nicht mehr als Chefredakteur tätig sein. Dies wurde den "Salzburger Nachrichten" aus dem Umfeld des 47-Jährigen zugetragen. Wie die NZZ wenig später offiziell bestätigte, übernimmt Wirtschaftsredakteur Lukas Sustala Fleischhackers Posten.

Der Hintergrund des Wechsels wird von NZZ.at mit den persönlichen Plänen des Noch-Chefredakteurs begründet: "Michael Fleischhacker wird sich auf eigenen Wunsch stärker auf das konzentrieren, was er am liebsten macht: schreiben und moderieren", gab das Züricher Medienhaus in einer Stellungnahme bekannt. Fleischhacker werde weiterhin Kolumnen für NZZ.at verfassen und einen Samstagsnewsletter für Abonnenten schreiben. Dass das Online-Projekt ganz eingestellt werden könnte, verneint das Schweizer Medienhaus: "Österreich ist und bleibt für die NZZ ein wichtiger Markt", lässt sich Veit Dengler, Geschäftsführer der Mediengruppe, zitieren.

Seit 2014 Chefredakteur von NZZ.at

Fleischhacker war seit Mitte 2014 redaktioneller Leiter von NZZ.at. Über den Abschied des früheren Chefredakteurs der "Presse" war seit Monaten spekuliert worden. Zum einen, da die Geschäftszahlen des Online-Mediums die Schweizer Zentrale offenbar nicht zufriedenstellen konnten. Die Folge war ein breit angelegter Sparplan, der bis zu diesem Herbst umgesetzt sein soll. Zum anderen polarisierte auch Fleischhacker selbst. In einem Online-Video machte der gebürtige Kärntner für einen großen deutschen Autobauer offensiv Werbung. Die Kampagne war jedoch offenbar nicht mit seinem Arbeitgeber abgesprochen - das Video musste rasch wieder vom Netz genommen werden. Dennoch verneinte Fleischhacker in den vergangenen Wochen immer wieder, dass ein Abschied von NZZ.at bevorstehen würde.

Berufliche Zukunft in Salzburg?

Bereits vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Fleischhacker stärker für Servus TV tätig sein wird: Seit kurzem ist er der einzige Gastgeber der Diskussionssendung "Talk im Hangar-7". Zuvor hatte sich Fleischhacker die Moderation mit "Kurier"-Chefredakteur Helmut Brandstätter geteilt. Auch in die redaktionelle Planung ist der 47-Jährige nun tiefer eingebunden, zudem ist er als Politikexperte für den Salzburger Privatsender tätig. Diese neuen Pläne sind nun angeblich auch mit dafür verantwortlich, dass Fleischhacker seine Tätigkeit bei NZZ.at zurückfährt: "Als alleiniger Gastgeber des wöchentlichen ,Talk im Hangar 7' werde ich zwei Tage in der Woche in Salzburg verbringen. Da aber die Leitung der NZZ.at-Redaktion tägliche Anwesenheit verlangt, werde ich mich bei NZZ.at aufs Schreiben und Moderieren konzentrieren", sagte Fleischhacker in einer offiziellen Stellungnahme. Auf nähere Details wollte Fleischhacker auf SN-Anfrage nicht eingehen.

Aufgerufen am 22.09.2018 um 07:21 auf https://www.sn.at/panorama/medien/fleischhacker-verlaesst-chefredaktion-von-nzz-at-1050958

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