Medien

Google startet Dienst News Showcase auch in Österreich

Nun ist es offiziell: Google rollt seinen Nachrichtendienst News Showcase ebenso hierzulande aus. Zum Start kooperiert der Suchmaschinenriese mit sieben Medienhäusern.

Ein SN-Beispiel in Googles neuem Dienst News Showcase. SN/google/screenshot
Ein SN-Beispiel in Googles neuem Dienst News Showcase.

Die Google-Suche sieht in Österreich künftig anders aus - zumindest der News-Bereich: In den kommenden 48 Stunden soll ein jeder Nutzer, der news.google.at ansteuert oder den Discover-Bereich (Themenvorschläge) auf Android-Geräten öffnet, News Showcase zu sehen bekommen. Dabei handelt es sich um einen Dienst, in dem Medien "qualitativ hochwertige journalistische Artikel" in eigenen Infoblöcken darstellen können. Wer auf eine der Nachrichten in den Blöcken klickt, landet - wie gewohnt - auf der Nachrichtenseite des jeweiligen Urhebers. Derartige Angebote gibt es unter anderem bereits in Deutschland, Frankreich und Italien. Österreich ist das neunte Land, in dem der Dienst verfügbar sein wird; die SN berichteten.

Sieben Medienhäuser abgebildet

Zum Start von Showcase sind sieben heimische Medienhäuser an Bord: "Standard", Wimmer Medien ("Oberösterreichische Nachrichten"), Russmedia ("Vorarlberger Nachrichten"), Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung"), "Kurier", Regionalmedien Austria ("Bezirksblätter") und auch die "Salzburger Nachrichten" mit sn.at und salzburg24.at. Zum Vergleich: In Deutschland sind 20 Medienkonzerne mit rund 50 Publikationen abgebildet; weltweit sind mehr als 800 Publikationen vertreten.

Laut Christian Heise, bei Google Zentraleuropa für die "Product Partnerships" zuständig, entscheiden die Verlagshäuser selbst, welche Nachrichteninhalte auf Showcase präsentiert und wie diese aufbereitet werden. Konkret gebe es drei Arten der Darstellung: als Stichpunkte, als Zeitleiste und als Aneinanderreihung verwandter Artikel. Ziele des Dienstes seien etwa, einen "prominenten Zugang zu Premiuminhalten auf Verlagswebsites" zu bieten. Und den Nutzern "den Mehrwert von journalistischen Digitalabos näherzubringen". Die von den Häusern kuratierten Nachrichteninhalte werden von Google lizenziert. "Damit wollen wir den Qualitätsjournalismus nachhaltig unterstützen", ergänzt Heise. Wie hoch die Lizenzgebühren seien, könne aufgrund der entsprechenden Vertragsklauseln nicht verlautbart werden. Bekannt ist lediglich, dass Google weltweit eine Milliarde US-Dollar (848 Millionen Euro) für Showcase budgetiert hat. Nach den neun Ländern, in denen Showcase nun ausgerollt ist, "sollen weitere folgen".

Und was heißt das für das Leistungsschutzrecht?

In Österreich könnten noch weitere Medienhäuser in Showcase integriert werden. Entsprechende Gespräche würden folgen, sagt Google-Österreich-Direktorin Christine Antlanger-Winter. Der IT-Riese will indessen das Projekt von der Debatte um das geplante Leistungsschutzrecht für Verlage entkoppelt wissen. Das Leistungsschutzrecht ist ein Teil jener Urheberrechtsreform, die die EU 2019 beschlossen hat. Dieser Part sieht vor, dass Verlage für Nachrichtenanrisse, die Google, Facebook & Co. in ihren Diensten verwenden, Lizenzgebühren erhalten. Eigentlich hätte der Beschluss bis 7. Juni in nationales Recht umgelegt werden sollen, der Prozess verzögert sich aber. Man habe Showcase unabhängig davon gestartet, ergänzt Antlanger-Winter. Sobald die nationale Version des Leistungsschutzrechts stehe, werde man sich über alles Weitere Gedanken machen.

Aufgerufen am 03.08.2021 um 09:54 auf https://www.sn.at/panorama/medien/google-startet-dienst-news-showcase-auch-in-oesterreich-106911613

Kommentare

Schlagzeilen