Medien

Grimme-Preise 2022: Nominierungen zwischen Ibiza und Corona

Neuartige Showformate, Dokus über die Coronapandemie und die Serienaufarbeitung der Ibiza-Affäre: Das deutsche Grimme-Institut hat aus mehr als 760 Einreichungen 74 Produktionen und Einzelleistungen für die heurigen 58. Grimme-Preise nominiert, wobei sich heimische Projekte heuer nur spärlich auf der Liste finden. Die Preisträger werden am 31. Mai bekanntgegeben.

Nicolas Ofczarek in „Die Ibiza-Affäre“. SN/sky/w&b television/petro domenigg /filmstills.at kg
Nicolas Ofczarek in „Die Ibiza-Affäre“.

Die Sky-Produktion "Die Ibiza-Affäre" mit Nicolas Ofczarek als Privatdetektiv, der den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aufs Glatteis führt, ist immerhin in der Sparte "Fiktion" im Rennen und konkurriert dabei unter anderem mit David Schalkos Serienprojekt "Ich und die Anderen", ebenfalls eine Sky-Produktion. Und in der Sektion "Information & Kultur" findet sich unter anderem der Dokumentarfilm "Una Primavera", eine österreichische Koproduktion.

Unter den Nominierten der Unterhaltung sind etwa Showformate mit "Wer stiehlt mir die Show?" (ProSieben) nach einer Idee von Joko Winterscheidt, "LOL: Last One Laughing" (Amazon Prime Video) oder die Wissenschaftserklärung "MaiThink X - Die Show" (ZDF/ZDFneo). Für die junge Zielgruppe griffen Produktionen wie "ECHT" (ZDF), "Die Frage" (BR/funk) oder "Am Limit?! Jetzt reden WIR!" (HR) mit großer Sensibilität und Selbstverständlichkeit Themen der psychischen Gesundheit, Diversität und Inklusion auf, lobte die Kommission "Kinder und Jugend".

Das Fernsehjahr 2021 sei natürlich von der Corona-Krise mitgeprägt worden, sagte die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach. Nominierte Projekte, die sich mit dieser Thematik befassen, waren etwa die Serie "Charité intensiv: Station 43" (rbb) und das siebenstündige TV-Special "Joko und Klaas LIVE: Pflege ist #NichtSelbstverständlich" (ProSieben). Ein weiterer Schwerpunkt sind laut Grimme-Institut Serien und Filme, die diverse Lebensentwürfe zeigen würden - zum Beispiel die Serien "All you need" (ARD Degeto) und "WIR" (ZDF/ZDFneo), die Reality-Show "Princess Charming" (RTL+/Vox) oder der Dokumentarfilm "Uferfrauen - Lesbisches L(i)eben in der DDR" (ZDF).

Für ihre besondere journalistische Leistung bei der Afghanistan-Berichterstattung nominierte die Kommission die Journalistin Katrin Eigendorf (ZDF). Außerdem auf der Liste stehen der Meteorologe Özden Terli (ZDF) für seine Beiträge zum Thema Hochwasser und Klima und die Redaktion von "Monitor" (WDR) für einen Beitrag über das Zurückdrängen von Flüchtlingen an der kroatisch-bosnischen Grenze.

Der undotierte Grimme-Preis zeichnet seit 1964 alljährlich Fernsehsendungen und -leistungen aus, die als vorbildlich und modellhaft bewertet wurden. Er gilt als einer der wichtigsten Preise für Qualitätsfernsehen im deutschsprachigen Raum.

Aufgerufen am 18.05.2022 um 06:41 auf https://www.sn.at/panorama/medien/grimme-preise-2022-nominierungen-zwischen-ibiza-und-corona-117541912

Kommentare

Schlagzeilen