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Home, Smart, Home: Das vernetzte Haus der Zukunft

Wie smart ist das Haus der Zukunft? Sicherheit, Energie, Unterhaltung und Komfort. Das Haus der Zukunft wird zum Assistenten für seine Bewohner.

Home, Smart, Home: Das vernetzte Haus der Zukunft SN/istock, montage: dopsch
Das Haus der Zukunft ist komplett vernetzt. Wie vernetzt sehen Sie in unserer interaktiven Grafik (unten).

Die Möglichkeiten, sein Eigenheim zu einem vernetzten Haus, einem Smart Home, aufzurüsten, sind heute schon enorm. Doch was davon ist sinnvoll und was erwartet uns in Zukunft noch? Die "Salzburger Nachrichten" sprachen darüber mit Hans Sailer. Er arbeitet für die Münchner Innovationsagentur HYVE. Der ehemalige Vorstandsassistent und Strategieprozessleiter der Telekom Austria erhielt 2011 mit einem Konsortium den Staatspreis für Elektromobilität und organisiert in Wien das M2M-Forum CEE, das sich mit den Themen Maschine-zu-Maschine-Kommunikation und Internet der Dinge beschäftigt.

SN: Herr Sailer, wie lang dauert es noch, bis mein Kühlschrank das Öffnen verweigert, weil ihm das Sofa geflüstert hat, dass ich etwas zugenommen habe?
Sailer: Das ist ein witziges Beispiel für das Internet der Dinge. Die Technik dazu ist aber keine "Rocket Sience" (Raketenwissenschaft, Anm.) mehr. Die gibt es bereits - teilweise seit zehn Jahren. Es gibt mittlerweile jede Menge smarter Produkte, vieles davon ist übertrieben. Wie weit er bei der Vernetzung gehen will, muss jeder für sich entscheiden. Manche smarte Produkte sind mittlerweile vollkommen in unseren Alltag integriert. Das Navi zum Beispiel hat sich durchgesetzt und die Landkarten im Handschuhfach praktisch abgelöst. Manche Innovationen haben eine längere Anlaufzeit. Bei "Wearables" wie Computeruhren war für mich das Display immer zu klein, das ändert sich jetzt gerade.

SN: Warum soll ich mein Haus auf ein Smart Home aufrüsten?
Für mich ist der Bereich Infotainment das aktuelle Thema. Den Fernseher über das Tablet steuern, Zusatzinformationen abrufen und auf Onlinevideotheken zugreifen, das ist derzeit stark im Kommen.

SN: Und Lösungen, die zum TV-Programm auch gleich die passende Lichtstimmung im Wohnzimmer einstellen?
Diese Lösungen gibt es alle. Da ist einfach die Frage, ob ich das will, weil ich mich dadurch wohler fühle.

SN: Sicherheit in den eigenen vier Wänden ist ebenfalls so ein Thema.
Ja, aber ein zweischneidiges. Es ist praktisch, wenn ich mit dem Smartphone die Tür aufsperren kann. Ich muss aber auch bedenken, dass die Technologie auch für einen Einbruch missbraucht werden könnte.

SN: Eine andere Form der Sicherheit ist, dass ein Smart Home Bewohner im Alter unterstützt.
AAL, Ambient Assisted Living ist ein großes Thema. Altersgerechte Assistenzsysteme können Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und Angehörigen Sicherheit geben. Zum Beispiel bei der Fernüberwachung von Medizingeräten. Spezielle Sensoren können aber ebenso gewisse Muster erkennen: Wie oft geht jemand auf die Toilette, wann werden Fenster geöffnet. Wird diese Routine verlassen, wird Alarm ausgelöst.

SN: Das Thema Energiesparen wird oft in Zusammenhang mit Smart Homes genannt. Was halten Sie von Haushaltsgeräten mit Internetanschluss?
Manche Nutzer finden es sicher praktisch, wenn sie ihre Waschmaschine oder den Wäschetrockner mit einer App am Handy steuern können. Das große Interesse sehe ich aber bei den Energieversorgern. Die kaufen über den Strommarkt ein und müssen dann entsprechend ihre Netze auslasten und Abnehmer finden. Wenn ihnen das gut gelingt, dann müssen sie nicht teuer Energie vernichten oder nachkaufen.

SN: Was ist für Sie ein besonders gelungenes Beispiel um Smart Home?
Ein Beispiel ist der Paketbutler, dessen Entwicklung unsere Innovationsagentur zusammen mit der Deutschen Telekom und DHL begleitet hat. Es ist eine flexible Box aus feuer- und schnittfestem Material, die an der Tür angebracht wird, wenn eine Warensendung erwartet wird. Die Box ist gegen Diebstahl gesichert und kann elektronisch sowohl vom Besitzer als auch vom Paketdienst geöffnet werden. Dadurch können auch Retouren von der eigenen Haustür weg abgewickelt werden.

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