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Huawei will Googles Android von Smartphones verbannen

Im kommenden Jahr soll das eigene Betriebssystem Harmony auf den Markt gebracht werden. Auf die US-Sanktionen antwortet Huawei mit neuen Produktankündigungen.

Wälzt derzeit große Pläne: Der Telekommunikationsmulti und Hardwarehersteller Huawei SN/apa (afp)
Wälzt derzeit große Pläne: Der Telekommunikationsmulti und Hardwarehersteller Huawei

Der weltweit zweitgrößte Smartphonehersteller Huawei will Google von seinen Handys verdrängen. Im kommenden Jahr werde das eigene Betriebssystem Harmony auf den Markt gebracht, kündigte der für die Verbraucherelektronik verantwortliche Manager Richard Yu auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz an. Der Android-Wettbewerber werde auf Smartphones, Tablets und Laptops laufen.

Eine Abkehr von dem Google-System Android zeichnet sich seit einiger Zeit ab. Seitdem Huawei wegen Sicherheitsbedenken der Amerikaner auf der schwarzen Liste der US-Regierung steht, darf Google unter anderem keine technische Unterstützung für neue Handymodelle mehr leisten. Dies wirkte sich auch auf den Umsatz der Chinesen in Nordamerika aus. Im August weitete die US-Regierung die Sanktionen gegen Huawei auf das Halbleitergeschäft aus, was das Smartphonegeschäft Analysten zufolge sogar letztlich in die Knie zwingen könnte.

Neue Notbooks, Smartwatches und Ohrhörer

Der chinesische Technologie-Konzern Huawei hat trotz umfassender US-Sanktionen eine Reihe von neuen Produkten angekündigt, die auch Technologie aus den USA enthalten. Huawei stellte am Donnerstag auf seiner Entwicklerkonferenz 2020 unter anderem zwei neue Notebook-Modelle, zwei Smartwatches sowie eine Neuauflage seiner drahtlosen Ohrhörer Freebuds vor. Gleichzeitig kündigte der Konzern in Dongguan eine chinesische App-Allianz an, mit der die Vermarktung von Anwendungen aus China im Ausland jenseits der App-Stores von Apple und Google gefördert werden soll.

Huawei und viele mit dem Konzern verbundene Unternehmen wurden von der US-Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt, um den Zugang der Chinesen zu Technologie aus den USA abzuschneiden. US-Präsident Donald Trump wirft Huawei Spionage und eine unangemessene Nähe zur Kommunistischen Partei Chinas vor. Huawei bestreitet die Vorwürfe vehement. Von den Exportbeschränkungen sind auch Unternehmen außerhalb der USA betroffen, weil sie selbst US-Technologie einsetzen. Dazu gehören beispielsweise Chiphersteller rund um den Globus. So berichteten Medien in Südkorea am Dienstag, dass die koreanischen Tech-Riesen Samsung und SK Hynix wegen der US-Sanktionen keine Chips mehr an Huawei liefern werden.

Quelle: Apa/Reuters/Dpa

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