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Internationale Studie: Nachrichtenmedien bekämpfen Fake News gut

Neue Ergebnisse einer dreiteiligen internationalen Erhebung unter Salzburger Leitung.

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Das Forschungsprogramm "Media for Democracy Monitor" untersucht in 18 Ländern die Leistungsfähigkeit führender Nachrichtenmedien. Am heutigen Mittwoch wird der dritte und finale Part der Studie, die vom Fachbereich Kommunikationswissenschaft an der Uni Salzburg koordiniert wird, veröffentlicht. Das zentrale Ergebnis: "Obwohl die digitalen Kommunikationsplattformen die Ökonomie und die Wettbewerbsverhältnisse umgepflügt haben, bleiben die Nachrichtenmedien ein effizientes und stark nachgefragtes Instrument zur Information der breiten Bevölkerung", schreiben die Forschungsleiter um den Kommunikationswissenschafter Josef Trappel.

Greifen führende Nachrichtenmedien Falschinformationen auf, um sie richtigzustellen, tragen sie zwar ungewollt zu deren Weiterverbreitung bei. Die Ergebnisse der Studie zeigen aber, dass gut ausgebildete und ausgestattete Redaktionen in der Lage sind, Desinformation zu entlarven und erfolgreich zu bekämpfen. Das gelingt jenen Medien besser, in denen sich die Chefredaktionen klar und unmissverständlich zu dieser Aufgabe bekennen. "In Zeiten mit einem hohen Aufkommen an Falschinformationen ist es besonders wichtig, den Journalistinnen und Journalisten genügend Zeit und Ressourcen zur Verfügung zu stellen", schreiben die Autoren.

Explizit zur Lage hierzulande ergänzt Trappel: "Im Vergleich zu den anderen Ländern verfügt Österreich aber über einen gut ausgebildeten Berufsstand an Journalisten und Journalistinnen." Es gebe jedoch auch Nachholbedarf, stellt Trappel fest: Einerseits fehle nach wie vor ein Informationsfreiheitsgesetz. Andererseits könnten die demokratischen Entscheidungswege in Redaktionen verbessert werden, etwa durch ein Vetorecht bei der Besetzung der Chefredaktion.

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