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Investigativ-Team verlässt Ippen, ein Teil wechselt zum "Spiegel"

Vor drei Monaten werden Recherchen des Investigativ-Teams der Mediengruppe Ippen zu Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt bekannt. Sie erscheinen aber nicht als Erstveröffentlichung in den Ippen-Medien. Jetzt wird die Trennung bekannt.

Die neue Heimat der Investigativredakteure. SN/APA/AFP/JOHANNES EISELE
Die neue Heimat der Investigativredakteure.

Die Ippen Mediengruppe hat das Ende der Zusammenarbeit mit ihrem Investigativ-Team bestätigt. Digital Chefredakteur Markus Knall sagte am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Das Ippen Investigativ-Team hat seit 2020 einen tollen Job gemacht und couragiert und engagiert seine Recherchen vorangetrieben. Wir bedauern daher das Ende unserer Zusammenarbeit." Er ergänzte: "Wir werden unseren eingeschlagenen Weg, in Qualitätsjournalismus zu investieren, konsequent fortsetzen." Der Branchendienst "Medieninsider" hatte zuvor berichtet.

Das vierköpfige Investigativ-Team um Chef Daniel Drepper bekam jüngst für Recherchen zu Vorwürfen gegen den früheren "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt bundesweit große Aufmerksamkeit. Investigativ-Journalistin Juliane Löffler und ihre Kollegen hatten über Monate recherchiert. Die Ergebnisse wurden allerdings nicht in den Medien der Ippen-Gruppe erstveröffentlicht, weil sich der Verleger dagegen entschieden hatte. Sie flossen dann zum Teil in einen "Spiegel"-Bericht im Oktober ein. Ippen hatte danach noch geprüft, ob Recherchen doch noch in den eigenen Medien erscheinen könnten. Dazu kam es aber nicht mehr.

Die beiden Journalistinnen Juliane Löffler und Katrin Langhans vom Investigativ-Team wechseln zum "Spiegel". Sie verstärken das Deutschlandressort beim Nachrichtenmagazin mit ihrer Expertise in unterschiedlichen Themenfeldern wie Medizin, Umwelt und Frauenrechte, wie das Hamburger Medienhaus am Donnerstag mitteilte. Daniel Drepper und sein Team waren 2020 zur Ippen Mediengruppe gekommen. Das Medienhaus hatte damals das Medium BuzzFeed News Deutschland übernommen. Die US-Mutter hatte sich von dem Deutschlandgeschäft getrennt. Im Sommer 2021 hatte Ippen in einem nächsten Schritt ein netzwerkweites Investigativ-Team ("Ippen Investigativ") mit Drepper an der Spitze gegründet und wollte dem investigativen Journalismus im eigenen Redaktionsnetzwerk einen höheren Stellenwert geben. Zu den bekannten Marken der Mediengruppe gehören zum Beispiel "Frankfurter Rundschau", "Münchner Merkur" und die Münchner Boulevardzeitung "tz". Wie es mit dem Bereich investigativer Journalismus mit dem Weggang des Teams bei der Mediengruppe nun konkret weitergeht, blieb unklar.

Neben den monatelangen Ippen-Recherchen zu Reichelt hatte auch die "New York Times" zu dem damaligen "Bild"-Chefredakteur und dem Medienkonzern Axel Springer recherchiert. Der Bericht der US-Zeitung erschien Mitte Oktober, kurz darauf dann die Ippen-Recherchen beim "Spiegel". Der Konzern entband Reichelt in diesem Zeitraum von seinen Aufgaben und bezog sich auch auf Presserecherchen. Hintergrund der Recherchen sind frühere interne Ermittlungen des Medienkonzerns gegen Reichelt, bei denen es um Vorwürfe des Machtmissbrauchs im Zusammenhang mit einvernehmlichen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen ging.

Der Investigativ-Journalist Daniel Drepper wechselt, wie am Freitag bekannt wurde, im Frühling zum Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ). Das teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Freitag mit. Drepper übernehme dort die stellvertretende Leitung. Sein Kollege Marcus Engert verstärkt das Investigativ-Ressort des NDR zum 1. Juni, wie der öffentlich-rechtliche Sender weiter mitteilte. Am Donnerstag hatte bereits der "Spiegel" bekanntgemacht, dass die beiden Investigativ-Team-Kolleginnen Juliane Löffler und Katrin Langhans zu dem Nachrichtenmagazin wechseln. Zuerst hatte der Branchendienst "Medieninsider" über die Veränderungen bei Ippen berichtet.

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