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Italiens Magazin "L'Espresso" wird verkauft - Chefredakteur geht

In der italienischen Medienlandschaft gibt es einige Änderungen. Das Verlagshaus Gedi, zu dem die Tageszeitungen "La Repubblica" und "La Stampa" gehören, hat dem neapolitanischen Unternehmer Danilo Iervolino das namhafte Wochenmagazin "L'Espresso" verkauft. Aus Protest gegen den Deal trat der Chefredakteur des 1955 gegründeten Wochenmagazins Marco Damilano zurück.

Die Journalisten der Tageszeitung "La Repubblica", die bisher mit "L'Espresso" sich unter einem Dach befand, traten in den Streik. Das Blatt erschien am Dienstag nicht, die Website wurde nicht aktualisiert. "Der Verkauf von L'Espresso ist ein schwerwiegender Akt, der die Zukunft der gesamten Gedi-Gruppe gefährdet", hieß es in einer Mitteilung der Journalisten von "La Repubblica".

Der neue "L'Espresso"-Eigentümer berichtete, er werde keinen Journalisten entlassen. Sein Ziel sei es, das Nachrichtenmagazin zu modernisieren und zu digitalisieren. Iervolino hatte im Jänner den italienischen Fußball-Erstligisten US Salernitana erworben.

Neben dem Magazin "Panorama" zählt "L'Espresso" zu den bedeutendsten Zeitschriften Italiens. Politisch wird das Magazin linksliberal eingeordnet. Bekannt ist "L'Espresso" für investigativen Journalismus. Seit 2016 erscheint das Magazin sonntags. Das Magazin hat ein umfangreiches Online-Angebot. Mehrere Blogs namhafter Journalisten, wie Roberto Saviano oder Marco Travaglio, schreiben für "L'Espresso".

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