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Journalisten von "Le Monde" fordern Mitsprache zu Aktionär Kretinsky

Hunderte Journalisten der bedeutenden französischen Tageszeitung "Le Monde" haben in einem öffentlichen Aufruf den neuen Anteilseigner der Mediengruppe, den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky, aufgefordert, weiterhin die Unabhängigkeit der redaktionellen Arbeit zu garantieren.

Die mehr als 460 Journalisten forderten am Dienstag die Umsetzung eines angekündigten Mitspracherechts für die Redaktion über die Entscheidung, wer Anteile an der Zeitungsgruppe hält. Zum ersten Mal in der Geschichte der Zeitung könnte ein neuer Aktionär aufgenommen werden, ohne dass die Redaktion zugestimmt habe, hieß es in dem Text. Der Appell nimmt in der Druckausgabe eine ganze Seite ein.

Die Journalisten forderten Kretinsky und einen wichtigen Anteilseigner, den Bankier Matthieu Pigasse, auf, eine Vereinbarung für das Mitspracherecht der Redaktion zu unterschreiben. Der zweite wichtige Anteilseigner, Xavier Niel, habe es bereits unterschrieben.

Hintergrund des offenen Briefs sind auch Äußerungen Kretinskys vergangene Woche in Paris. Medienberichten zufolge erklärte er sein Investment in die Le-Monde-Gruppe unter anderem mit dem Kampf gegen Manipulation und Populismus. Das Mitspracherecht der Redaktion würde die Diskussion um die "wahren Absichten" Kretinskys eröffnen, schrieben die Journalisten, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Der tschechische Milliardär scheiterte im August in Deutschland mit seinem freiwilligen Übernahmeangebot für den Düsseldorfer Handelskonzern Metro. In Frankreich hält Kretinsky seit neuem über eine Investmentgruppe auch Anteile an dem Einzelhandelsunternehmen Groupe Casino.

Quelle: Dpa

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