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Magazin "Dossier" widmet sich dem Thema Korruption

Das "Dossier" beschäftigt sich in seiner zweiten Print-Ausgabe mit Korruption.

Ausgehend von den Aussagen von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache im Ibiza-Video haben sich die Verantwortlichen mit der Frage "Wie korrupt ist Österreich?" auseinandergesetzt. Im 100-seitigen Print-Exemplar finden sich neben einer Novomatic-Geschichte auch neue Erkenntnisse zu Buwog- und Eurofighter-Skandal.

"Die letzten sechs Monate haben nicht nur die Republik geprägt, sondern auch die "Dossier"-Redaktion", sagte Chefredakteur Florian Skrabal am Montag bei der Präsentation des neuen Magazins. Eigentlich wäre für diese Ausgabe ein anderer Schwerpunkt geplant gewesen, aber als Reaktion auf die Ibiza-Affäre entschied man sich für eine Themenänderung. Stoff fand man genug, denn: "Korruption gibt es in fast allen Lebensbereichen", so Skrabal.

Die Journalisten hätten für die Ausgabe laut dem Chefredakteur mit Menschen gesprochen, die oft mit Korruption in Berührung gekommen - von Anwälten über Politiker bis hin zu Justizbeamten. Bemerkenswert war für Skrabal, "dass die Menschen jetzt offenbar bereit sind und sich trauen, darüber zu reden", sagte er.

Nach Straches Aussage "Novomatic zahlt alle" in der Ibiza-Villa ist es naheliegend, dass sich im neuen "Dossier" eine Geschichte zu dem Glücksspiel-Unternehmen findet. Der Leser soll erfahren, wie Gesetze ausgereizt werden, wie man sich mit Geld bei der Justiz Vorteile zu verschaffen versucht und welche Auswirkungen der Werdegang des Unternehmens noch heute hat. Apropos Justiz: Auch der Verdacht, dass es eine Art Paralleljustiz gibt, habe sich bei den "Dossier"-Recherchen bestätigt. "Dabei sollte gerade die Justiz um Fairness und Transparenz bemüht sein", so Skrabal.

Am meisten erstaunt habe den Chefredakteur aber ein anderes Rechercheergebnis. "Es besteht offenbar ein Zusammenhang zwischen Buwog-Affäre und Eurofighter-Skandal", berichtete er. Ein in die Causa Buwog verwickelter Banker hätte nämlich auch beim Eurofighter-Skandal seine Finger im Spiel, schilderte Skrabal von den Nachforschungen. "Und dieser Banker wurde zur Causa Eurofighter noch nicht einmal einvernommen", kritisierte er.

Ebenfalls im Heft befinden sich Informationen zum Spannungsfeld Korruption und Sport, bei dem vor allem das "System Peter Schröcksnadel" im ÖSV beleuchtet wird. Auch die Medienbranche selbst wird unter die Lupe genommen: Die Geschichte "Wer hat Angst vor Wolfgang F.?" widmet sich den Machenschaften von Wolfgang Fellner und seinem Medien-Imperium. Eine sogenannte "Korruptionslandkarte", die als Poster gedruckt wurde, soll außerdem unterstreichen, "dass Korruption kein Hauptstadtphänomen ist", sagte Art Director Fabian Lang am Montag zur Aufmachung des Magazins. Auf dem Cover befindet sich übrigens eine "Sondermünze" mit Strache und Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus darauf. Eine Münze mit der Kehrseite der Macht, so Lang.

Quelle: APA

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