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Medienwissenschafter: TV-Duell muss reformiert werden

Das Format des TV-Duells im deutschen Bundestagswahlkampf hat sich aus Sicht des Medienwissenschafters Bernd Gäbler in seiner jetzigen Form überholt.

Merkel gegen Schulz im deutschen TV. SN/APA/AFP/HANDOUT
Merkel gegen Schulz im deutschen TV.

"Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass das Format "TV-Duell" an Haupt und Gliedern reformiert werden muss, dann wurde er in diesem Jahr endgültig geliefert: Die Sendung war leblos und frei von jeder Überraschung", sagte der Professor für Journalistik aus Bielefeld der Deutschen Presse-Agentur. Fast alle wichtigen Zukunftsfragen, vor denen Deutschland stehe, seien ausgeklammert worden.

"Die Sendung war mehr Parallelslalom als Duell", ergänzte Gäbler. "In diesem Nebeneinander demonstrierten die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Martin Schulz inhaltlich eigentlich nur, dass eine große Koalition jederzeit wieder möglich ist."

Der Journalistik-Professor kritisierte auch die Moderatoren der vier deutschen Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1: "Die viel zu zahlreichen Moderatoren traten in einen Überbietungswettbewerb, beide Politiker ausschließlich mit Fragen zu traktieren, wie sie von rechts gestellt werden. Der Wähler, um den es ja angeblich gehen soll, schaute im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre." Er sei in die Rolle eines ungefragten Zuschauers gedrängt gewesen. "Der Appell an die übertragenden Sender kann nur lauten: So nicht noch einmal!"

Quelle: Dpa

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