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Nach Hausarrest-Urteil: Solidarität für russischen Journalisten

Der unter Hausarrest stehende russische Enthüllungsjournalist Iwan Golunow erfährt immer mehr Solidarität.

Immer mehr Unterstützer machen sich für Golunow stark. SN/AP
Immer mehr Unterstützer machen sich für Golunow stark.

Eine Online-Petition, mit der seine Freilassung gefordert wird, unterstützten bis Sonntagmittag mehr als 102.000 Menschen. Die russische Journalisten-Union forderte, das weitere Verfahren müsse transparent und unter Einhaltung der Gesetze durchgeführt werden.

Ein Gericht in Moskau hatte am Samstagabend entschieden, dass der 36-Jährige in Hausarrest muss und seine Wohnung zwei Monate nicht verlassen darf. Die Staatsanwaltschaft hatte Untersuchungshaft gefordert. Nach der Entscheidung applaudierten mehr als 100 Unterstützer Golunows lautstark vor dem Gericht. Die Journalisten-Union sprach von einer Maßnahme der Zurückhaltung.

Die Ermittler werfen Golunow den Besitz und Handel mit Drogen vor. Er bestreitet die Anschuldigungen. Er war am Donnerstag festgenommen worden. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft. Das regierungskritische Online-Portal, für das er schreibt, vermutet seine journalistische Arbeit als Hintergrund der Ermittlungen. Der Journalist sei in den vergangenen Monaten bedroht worden.

Er schrieb etwa über Korruption. Es ging der russischen Zeitung "RBK" zufolge um Recherchen zu Verbindungen Staatsbediensteter, darunter vom Inlandsgeheimdienst FSB, zum Beerdigungsgeschäft und zur organisierten Kriminalität.

Aufgerufen am 21.05.2022 um 03:59 auf https://www.sn.at/panorama/medien/nach-hausarrest-urteil-solidaritaet-fuer-russischen-journalisten-71493631

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