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"News"-Chefredakteurin Eva Weissenberger verlässt Magazin

An der Spitze von "News" kommt es zu einem überraschenden Wechsel, in der Redaktion zu einem Aderlass.

Eva Weissenberger verlässt „News“. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Eva Weissenberger verlässt „News“.

Chefredakteurin Eva Weissenberger nimmt den Hut und verlässt wie ihre Stellvertreterin Julia Ortner und mehrere Mitarbeiter das Unternehmen. Esther Mitterstieler, bisher Mitglied der Chefredaktion, übernimmt die Redaktionsleitung. Horst Pirker, Vorstand der Verlagsgruppe News, informierte die Mitarbeiter über die Rochaden am Mittwochvormittag per Mail. Unlängst hatte er bei einem "Meet the CEO"-Termin mit Mitarbeitern bereits einen sogenannten prominenten Abgang angekündigt.

Neben dem Führungsduo Weissenberger und Ortner gehen etliche weitere: etwa Art Director Christian Sulzenbacher, Textchef Wolfgang Kralicek, Christoph Wurmdobler und Severin Corti. Damit sind auch viele jener Mitarbeiter dahin, die Weissenberger nach ihrem Antritt als "News"-Chefredakteurin Anfang 2015 an Bord geholt hatte.

Dass die News-Gruppe Mitarbeiter in beträchtlichem Ausmaß abbaut, war bekannt, Pirker hatte im September von bis zu 100 Stellen gesprochen. Zugleich hatte er damals bekräftigt, an "News" als Titel festhalten zu wollen. Und zuletzt betonte er in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten", dass es das Magazin 2017 noch geben werde: "Das ist ganz sicher." Dabei kündigte er aber auch an, das Magazin im nächsten Jahr "etwas anders akzentuieren" zu wollen. Denn die softere Ausrichtung von "News" seit dem Relaunch habe "auf den genetischen Code von 'News' zu wenig Rücksicht genommen".

Abgang auf eigenen Wunsch

News-Chef Horst Pirker betonte indes, dass der Abschied von Eva Weissenberger auf deren eigenen Wunsch erfolge. Weissenberger habe "ein kühnes Konzept etabliert und durchgezogen, mit großem Engagement und viel Kompetenz", sagte Pirker. Ihr Abschied habe weder mit der Ausrichtung des Magazins zu tun noch mit der wirtschaftlichen Performance.

Dass die News-Gruppe ein Restrukturierungsprogramm fahre, sei "seit Monaten bekannt" - "und auch, dass 'News' besonders hohen Restrukturierungsbedarf hat", sagte der Vorstandschef der Verlagsgruppe. "Dazugekommen ist, dass Eva Weissenberger sich entschieden hat, ihre Verantwortung als Chefredakteurin zurückzulegen. Und mit ihr auch ihre zwei privat engsten verbundenen Mitarbeiter", ergänzte Pirker in Hinblick auf Politik-Chefin und stellvertretende Chefredakteurin Julia Ortner und Art Director Christian Sulzbacher.

Dass Pirker zuletzt nicht restlos glücklich mit der Linie von "News" schien, sei "kein Vorwurf an Eva Weissenberger", unterstreicht er. Doch "News" und sein "genetischer Code" beruhe auf den "konstituierenden Elementen" Politik, Investigation, Chronik und Society. "Das haben wir nicht ausreichend gewürdigt. Da geht es aber nicht um einen Zick-Zack-Kurs."

Markterfolg spiele keine Rolle

Mangelnder Markterfolg habe nichts mit dem Abgang der Chefredakteurin zu tun, betonte Pirker weiters. "'News' hat in der Ära Weissenberger die Zahlen - ob Leserzahlen, Auflagenzahlen oder auch Anzeigenumsätze - wirklich stabilisiert." Nachsatz des VGN-Chefs: "Aber stabilieren alleine ist zu wenig." Da nun mit dem abgeschlossenem "Restrukturierungsprogramm" auch die "Kostenseite freundlicher gestaltet ist", sei das Ziel für 2017 eine verbesserte Entwicklung.

Der Vertrag mit Weissenberger werde einvernehmlich aufgelöst, wobei das Datum noch nicht vereinbart sei, sagte Pirker schließlich. Wichtig sei eine "gute Übergabe" an die neue Chefredakteurin Esther Mitterstieler. Weder Weissenberger noch Mitterstieler waren am Mittwoch erreichbar.

Quelle: APA

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