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ORF-Channelstruktur derzeit "in der finalen Diskussion"

Die neue Channelstruktur für ORF eins und ORF 2 ist noch nicht fertig. "Wir sind in diesen Tagen in der finalen Diskussion im Direktorium", sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Donnerstag im Publikumsrat des Öffentlich-Rechtlichen.

ORF-Boss Alexander Wrabetz. SN/APA/HANS KLAUS TECHT
ORF-Boss Alexander Wrabetz.

"An den Grundparametern hat sich noch nichts geändert", betonte er aber. Wrabetz erläuterte den Publikumsräten unter anderem die Pläne für den ORF-YouTube-Kanal und versicherte, dieser sei nicht primär als "Archivabspielfläche" gedacht. Dem ORF schwebe dort ein "bunter Mix an programmbegleitenden Angeboten" vor.

Bei der Zusammenfassung der ORF-TV-Marktanteile hob Wrabetz die Morgenschiene - derzeit Gegenstand von Sparüberlegungen - hervor: "'Guten Morgen Österreich' wirkt sich sehr positiv aus." Mit einem Marktanteil von "schon über 30 Prozent" trage die Leiste "insgesamt zu unseren Tagesmarktanteilen positiv bei und kompensiert die leichten Verluste, die wir in verschiedenen Zeitzonen haben". Die Diskussionssendung "Im Zentrum" unter der neuen Leitung von Claudia Reiterer liege nach den ersten Sendungen mit durchschnittlich 507.000 Sehern und 21 Prozent Marktanteil "klar über den Jahresschnitt 2016", berichtete er weiters.

Vonseiten des Publikumsrats, namentlich vom bürgerlichen Vertreter Andreas Kratschmar, kam Kritik an einer "Verrohung" der Sprache in der ORF-Information. Seiner Ansicht nach vergriffen sich Journalisten immer wieder im Ton, was er mit drei Beispielen illustrierte (etwa, dass ein Minister eine "Ohrfeige aus Brüssel" kassiert habe). Wrabetz sah darin aber Einzelfälle. "Ich bin auch kein Freund von zu flapsigen Bemerkungen", meinte er. "Aber auf der anderen Seite gehört eine gewisse Lebhaftigkeit in der Darstellung auch dazu."

Zu Gast in der Publikumsvertretung war am Donnerstag auch die neue ORF-Radiodirektorin Monika Eigensperger. Sie präsentierte etwa einen ersten Einblick in die neuen Web-Auftritte und Apps von Ö1 und FM4 sowie in das künftige Sounddesign von Ö1 aus der Komponistenfeder von Christian Muthspiel.

Der Kultursender startet rund um den Relaunch im Mai auch eine Imagekampagne, den Zuschlag dafür erhielt die Agentur Wien Nord. Das Ö1-Medienmagazin (ab Mai einmal im Monat freitags auf Sendung) wird "#doublecheck" heißen und von Stefan Kappacher und Nadja Hahn verantwortet, kündigte sie an. Wünsche an Eigensperger aus dem Publikumsrat betrafen unter anderem eine stärkere Berücksichtigung von Lehrlingen und Randsportarten.

Quelle: APA

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