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ORF-Chef Weißmann kündigt nach Chataffäre Ethikkommission an

Das Gremium soll "Code of Conduct" erarbeiten. Noch ist offen, wer die multimedialen Ressortleitungen für Innenpolitik, Außenpolitik, Wirtschaft und Chronik übernehmen wird.

Zieht erste Konsequenzen aus der Chataffäre: ORF-Generaldirektor Roland Weißmann. SN/APA/TOBIAS STEINMAURER/TOBIAS ST
Zieht erste Konsequenzen aus der Chataffäre: ORF-Generaldirektor Roland Weißmann.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann wird in Reaktion auf die Chataffäre rund um den zurückgetretenen ORF-TV-News-Chefredakteur Matthias Schrom eine Ethikkommission einrichten. Das kündigte er am Freitag in einem Schreiben an die Mitarbeiter an. Die Kommission soll in Zusammenarbeit mit dem bereits bestehenden Ethikrat einen "Code of Conduct" erarbeiten, der die bestehenden Verhaltensregeln zusammenfassen und gegebenenfalls Nachschärfungen vorsehen soll, heißt es darin.

Der Schwerpunkt solle dabei auf dem Umgang mit politischen Entscheidungsträgern und -trägerinnen im journalistischen Kontext liegen. Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten die Frage nach möglichem politischen Einfluss auf den ORF und seine Berichterstattung aufgeworfen, so Weißmann in der Mitarbeiterinformation, die der APA vorliegt. "Wir können und werden nicht zulassen, dass diese Unabhängigkeit in Frage gestellt wird", hält er fest.

Die ORF-Redakteurinnen und -Redakteure hatten zuvor in einer Resolution gefordert, alle drei Chefredaktions-Positionen im multimedialen Newsroom "unverzüglich" neu auszuschreiben. Die Ausschreibung müsse unabhängig und extern begleitet und die Bestellung frei von politischer Einflussnahme im Konsens mit der Redaktion getroffen werden. "Wünsche und Begehrlichkeiten aus dem Stiftungsrat dürfen bei diesen Besetzungen keine Rolle spielen", heißt es. Auf diese Forderung geht Weißmann nicht ein. "Bei den anstehenden personellen Entscheidungen in der ORF-Information werde ich selbstverständlich darauf achten, dass ausschließlich nach sachlichen Kriterien und ohne jegliche externe Beeinflussung vorgegangen wird", verspricht er aber. Noch offen ist, wer die multimedialen Ressortleitungen für Innenpolitik, Außenpolitik, Wirtschaft und Chronik übernehmen wird. Diese Funktionen sollen Ende des Jahres ausgeschrieben werden, sagte Weißmann.

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