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ORF muss bis 2024 112 Millionen einsparen

Die Hauptnachrichten des ORF sollen ausgebaut werden. Eine Durchschaltung auf ORF 1 und 2 wird aber nicht kommen.

Der Stiftungsrat des ORF unter dem Vorsitz des Freiheitlichen Norbert Steger tagte am Donnerstag erstmals seit der Nationalratswahl (Archivbild).  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Der Stiftungsrat des ORF unter dem Vorsitz des Freiheitlichen Norbert Steger tagte am Donnerstag erstmals seit der Nationalratswahl (Archivbild).

Erste Sitzung nach der Nationalratswahl und letzte in diesem Jahr. Der ORF-Stiftungsrat ist am Donnerstag noch einmal zusammengekommen. Dabei wurde der Finanzplan für 2020 einstimmig beschlossen. Am Rande der Sitzung sorgten wieder einmal die Ideen von Generaldirektor Alexander Wrabetz zur Neuaufstellung der ORF-Nachrichten für Aufsehen.

Beim Budget rechnet der ORF mit Umsatzerlösen von 977,6 Mill. Euro und liegt damit unter dem Budget für 2019 (991,1 Mill. Euro). Die Werbeeinnahmen werden mit 210,8 Mill. Euro deutlich unter dem Plan für heuer (226,7 Mill. Euro) liegen. Mehr Geld gibt es aus den Gebühren.

In Summe muss der ORF bis 2024 112 Mill. Euro einsparen. Wo und wie, darüber würden die ORF-Direktoren den Stiftungsrat im März informieren. Man werde aber keine neue Mittelfristplanung vorlegen, sondern berichten, "was wir ohnehin vorhaben", betonte Wrabetz. Auch für den Salzburger ORF-Stiftungsrat Matthias Limbeck sind die Einsparungen machbar, "vor allem die Technik müssen wir zeitgemäß aufstellen. Ich glaube aber auch, dass auf der Erlösseite noch einiges möglich ist."

Das Redesign der Landesstudios sei weiter budgetiert, sagte Limbeck im SN-Gespräch. "Es wird 2020/2021 für 2,5 Mill. Euro realisiert. Dazu sind fünf Primetime-Sondersendungen fix, die 2020 aus den Landesstudios kommen werden. Und es wird spezielle ,Universum History'-Ausgaben aus den Ländern geben." Auf Pläne für ein kurzes "Bundesland heute" am Spätabend und ein Kulturmagazin aus den Ländern sei der Generaldirektor jedoch nicht weiter eingegangen. Man bleibe aber dran und wolle eine schriftliche Stellungnahme erwirken.

Spannend war, was nicht im Stiftungsrat diskutiert, aber abseits kommuniziert wurde. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz kann sich vorstellen, die "Zeit im Bild 1" zu verlängern. Man denke daran, die Nachrichtensendung "ganz neu aufzustellen", sagte er am Rande der Sitzung. Im Vorfeld war kolportiert worden, dass in einem E-Mail des Generaldirektors eine Zusammenlegung der Information von ORF 1 und ORF 2 in den Raum gestellt wurde - die erst mit der Einführung des "Channel"-Prinzips im Vorjahr klar getrennt wurden. Angedacht sei eine Überführung der aktuellen Info-Formate - also vor allem der Kurz-ZiBs - in die Verantwortung von ORF 2. Dazu sagte Wrabetz am Donnerstag lediglich, dass derzeit darüber nachgedacht werde, "wie stellen wir die ORF-1-Info allenfalls neu auf". Die Verlängerung der ZiB 1 sei jedenfalls "ein Ziel, das wir seit Langem haben". Eins zu eins durchgeschaltet auf ORF 1 und 2, wie das bis 2007 der Fall war, werde die "Zeit im Bild 1" aber nicht werden

Auch über den Zeitplan für den ORF-Player wurde der Stiftungsrat informiert. Dieser werde "laufend", nicht mit einem "Big Bang" starten, bekräftigte Wrabetz. Im September 2020 soll die Neugestaltung von tv.orf.at als "Social Program Guide" mit interaktiven Tools kommen. Auch die 24/7-Livestreams der Fernsehprogramme sollen im September beginnen. Der "Sportscreen", der Sportinhalte nach den persönlichen Vorlieben der Zuseher bündelt, sollte bereits zu Olympia starten.

Quelle: SN-Th, Apa

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