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ORF-Player soll vor Sommer 2021 starten

Bei dem "überaus komplexen" Projekt sind zehn Module geplant. Der ORF-Sparprozess ist laut Generaldirektor Alexander Wrabetz in meisten Bereichen bereits im Finale.

Der lang ersehnte ORF-Player soll laut Publikumsrat Andreas Kratschmar zehn Module umfassen SN/apa
Der lang ersehnte ORF-Player soll laut Publikumsrat Andreas Kratschmar zehn Module umfassen

Der ORF-Player soll vor dem Sommer 2021 starten. Das berichtete der bürgerliche ORF-Publikumsrat Andreas Kratschmar dem Gremium am Donnerstag aus dem gestrigen Programmausschuss. Geplant sind demnach zehn Module, darunter ein Sportkanal, das Modul "Newsroom", der Kids-Screen "Okidoki" und der Kanal "Topos", der die Themen Wissenschaft, Kultur und Religion vereint.

"Es gibt die sehr begründete Hoffnung, dass der ORF-Player den Status einer Powerpoint-Präsentation verlässt und Wirklichkeit für das Publikum wird", sagte Kratschmar. Roland Weißmann, der im Juni zum Projektleiter der Plattform bestellt wurde, habe in der Ausschusssitzung deutlich gemacht, dass das Player-Projekt "überaus komplex" sei. 150 Stakeholder seien involviert.

Die "interaktive Content- und Modulentwicklung" soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein, berichtete Kratschmar. Geplant sei, den Player - "abhängig natürlich von der gesetzlichen Lage" - vor dem Sommer 2021 zu starten. Noch zu klären sei, ob er gleich mit allen Modulen oder vorerst mit einzelnen in Betrieb gehen werde. Ein wichtiges Thema werde die Untertitelung sein, auf lange Sicht sei auch der Einsatz von fremdsprachigen Untertiteln "eine sehr interessante Perspektive".

Klassisches Fernsehen und Plattformnutzungen

Im Zentrum des laufenden Strategieprozesses stehe die Erkenntnis, dass sich die Bewegtbildnutzung "dramatisch" ändere", betonte auch Generaldirektor Alexander Wrabetz im Rahmen der - wegen der Coronabestimmungen virtuell abgehaltenen - Sitzung des Publikumsrats. Junge würden deutlich mehr streamen als linear fernsehen. "Daher ist der Hauptleitsatz der Strategie, dass wir klassisches Fernsehen durch Plattformnutzungen ergänzen müssen, dass wir vom Public Service Broadcaster zur Public Service Plattform werden müssen."

Das 75-Millionen-schwere Sparprogramm, das 2021 auf den ORF zukommt, sei weit gediehen: "Wir sind in den meisten Bereichen fertig oder im Finale des Budgetprozesses", sagte Wrabetz. Es sei sehr schwierig für die Bereiche, das Publikum werde von den Einsparungen aber im Wesentlichen nichts merken.

Thema war auch der vergangene Woche von Türkis-Grün in Begutachtung geschickte Entwurf, mit dem die EU-Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste (AVMD) umgesetzt werden soll.

Auf dem Weg zur vollständigen Barrierefreiheit

Auch das ORF-Gesetz soll damit geändert werden, unter anderem muss der ORF muss eine jährliche Steigerung des barrierefreien Programmanteils von 2,5 bis 4 Prozent sicherstellen und soll so bis 2030 vollständig barrierefrei werden. "Es ist natürlich ein wichtiges Ziel, die Barrierefreiheit auszubauen", sagte Wrabetz. Allerdings werde die Umsetzung dieser Vorgaben "schon einige Millionen" kosten. "Der Gesetzgeber trifft keine Auskunft darüber, wie er sich allenfalls daran zu beteiligen gedenkt", kritisierte Wrabetz.

Er hoffe, dass es in der Umsetzung Rückenwind durch künstliche Intelligenz wie Speech-to-Text-Systeme geben werde, "sonst werden wir das schwer stemmen" können. "Gleichzeitig ist das, was der ORF auch dringend braucht, auf der Agenda nach hinten gerückt", bedauerte Wrabetz, dass mit der Novelle nur die EU-Richtlinie umgesetzt werden soll und das Thema Erleichterungen im Onlinebereich für den ORF noch nicht angegangen wurde.

Quelle: APA

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