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ORF-Redaktionsausschuss fordert nach Chat-Affäre "Neustart"

"Ereignisse der vergangenen Woche werfen furchtbares Bild auf ORF": Redaktionsvertretung spricht sich in Resolution für gesetzliche Änderungen bei den Themen Gremien, Digitalisierung und Finanzierung aus.

Der ORF-Redaktionsausschuss fordert nach der Chataffäre rund um den zurückgetretenen ORF-TV-News-Chefredakteur Matthias Schrom einen "glaubwürdigen Neustart mit Journalistinnen und Journalisten an der Spitze der Redaktionen, die ohne partei-politische Punzierung die Glaubwürdigkeit der ORF-Berichterstattung wieder herstellen können". Man wehre sich gegen "jede Form der politischen Einflussnahme, egal von welcher Seite sie kommt", wird in einer Resolution betont.

"Die Ereignisse der vergangenen Woche werfen ein furchtbares Bild auf den ORF und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Resolution, die bei der Herbsttagung des Redaktionsausschusses am gestrigen Dienstag beschlossen wurde. In drei Bereichen werden gesetzliche Regelungen gefordert: So brauche es eine öffentliche Ausschreibung mit klaren Besetzungskriterien für die Position von Stiftungsräten mit einem anschließenden öffentlichen Hearing aller Bewerber. Außerdem müsse es dem ORF erlaubt werden, Inhalte "online-first" und "online-only" anzubieten.

Zuletzt geht die Redaktionsvertretung auf die Finanzierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks ein: Diese müsse wertgesichert sein "und darf nicht ein verdecktes Abwürgen von Sendern und Programm über den Umweg der hohen Inflation bedeuten", heißt es in der Resolution. Eine Finanzierung aus dem Staatsbudget lehnt der Redaktionsausschuss klar ab: Diese würde der Unabhängigkeit von Staats- und Parteieneinfluss widersprechen. Auch gegen die Reduktion des journalistischen Angebotes - wie etwa die Halbierung der Blauen Seite - positioniert sich der Redaktionsausschuss.

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