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PC und Handy wachsen zusammen

Apple wird künftig die eigenen Computer mit Handy-Chips ausstatten. Apps, die für das iPhone und das iPad entwickelt wurden, werden dann auch auf Laptops laufen.

Apple-CEO Tim Cook bei der Präsentation SN/AP
Apple-CEO Tim Cook bei der Präsentation

Apple bricht aus der eingefahrenen Spur der PC-Branche aus und stellt seine Mac-Computer von Intel-Prozessoren auf Chips aus eigener Entwicklung um. Der Konzern werde damit bessere Produkte bauen können, versprach Chefentwickler Johny Srouji bei der Entwicklerkonferenz WWDC, die wegen der Corona-Krise komplett online stattfindet. Mit dem Umstieg werden künftige Apple-Computer auf der selben technischen Plattform wie die iPhones und iPad-Tablets laufen. Die ersten Macs mit den neuen Chips sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen, kündigte Konzernchef Tim Cook an.

Große Software-Anbieter wie Microsoft oder Adobe arbeiteten bereits an dafür angepassten Varianten ihrer Programme. Apple rechne damit, dass der Übergang zwei Jahre dauern werde. Über den Schritt wurde schon seit längerer Zeit spekuliert. Der Konzern entwickelte sehr leistungsstarke und energieeffiziente eigene Prozessoren für seine Mobil-Geräte auf Basis der Architektur des Chipdesigners ARM. In Apples Notebooks und Desktop-Rechnern kamen bisher Chips von Intel zum Einsatz.

Nun müssten Software-Entwickler ihre Programme anpassen, zusätzlich wird in das neue Mac-Betriebssystem eine Funktion eingebaut, die für Intel-Chips gedachte Software umwandelt. Außerdem können auf den Macs auch Apps laufen, die für das iPhone und das iPad entwickelt wurden.

Apple kündigte aber auch tiefgreifende Änderungen für das Handy-Betriebssystem iOS 14 an. Erstmals seit der Markteinführung 2007 soll es die Möglichkeit geben, den Start-Bildschirm mit zusätzlichen Funktionen umzugestalten. Neben den gewohnten App-Symbolen wird man dort mit iOS 14 auch größere sogenannte Widgets platzieren können, in denen einige Informationen aus einigen Anwendungen angezeigt werden können.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, Funktionen einer Anwendung zu nutzen, ohne sie komplett herunterladen zu müssen. So könnte man zum Beispiel bei einer Kaffeekette schnell etwas kaufen oder in einem Geschäft zusätzliche Informationen bekommen. Google versuchte etwas ähnliches vor ein paar Jahren bei Android, die Idee setzte sich aber nicht durch.

Mit dem neuen iOS wagt Apple auch etwas mehr direkte Konkurrenz mit Google. Die Sprachassistentin Siri soll mehr Wissensfragen als bisher beantworten können, zudem bekommen die iPhones eine Übersetzungs-App. Zum Start in elf Sprachen, darunter auch Deutsch. Und auch die Karten-App bekommt auch Navigations-Anweisungen für Radfahrer und Elektrofahrzeuge - allerdings zunächst nur in wenigen Städten.

Neuerungen gibt es auch im Umgang mit Daten. Apple wird künftig gleich im App Store anzeigen, welche Daten eine Anwendung sammelt und mit wem sie geteilt werden. Zudem werden auch bestehende Konten bei Apps und Online-Diensten auf den Login mit Apple umgestellt werden, bei dem der Konzern auf Wunsch die E-Mail-Adresse verschleiert.

Airpods-Ohrhörer bekommt die Pro-Version zusätzlich räumlichen Sound, den man üblicherweise von Surround-Anlagen etwa im Kino kennt. Apple greift dabei - wie auch einige andere Hifi-Spezialisten - auf Software-Algorithmen zurück, um das dreidimensionales Erlebnis mit nur zwei Kopfhörer-Lautsprechern zu erzeugen.

Quelle: SN, Dpa

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