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Prälat-Ungar-Journalistenpreise in Wien verliehen

Die Hauptpreise gingen an Soraya Pechtl (Falter), Matthias Däuble (Ö1), Vanessa Böttcher (ORF2), Stefan Melichar, Michael Nikbakhsh, Ola Westerberg und Sebastian Pumberger (Profil).

Bereits zum 19. Mal sind am Dienstagabend die "Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreise" vergeben worden. Mit den Hauptpreisen ausgezeichnet wurden heuer Soraya Pechtl von der Wochenzeitung "Falter", Matthias Däuble vom ORF-Radiosender "Ö1", Vanessa Böttcher vom TV-Sender "ORF 2", sowie Stefan Melichar, Michael Nikbakhsh, Ola Westerberg und Sebastian Pumberger vom Nachrichtenmagazin "Profil".

Mit dem Preis, der von der Caritas der Erzdiözese Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien vergeben wird, sollen herausragende journalistische Arbeiten ausgezeichnet werden, die sich mit Themen wie Armut, Pflege, Flucht, Integration, Krankheit oder Diskriminierung auseinandersetzen - und Toleranz sowie Verständnis im Umgang mit Menschen an den Rändern der Gesellschaft fördern. Der Preis wird in den vier Kategorien Print, TV, Radio und Online/Multimedia vergeben und ist mit insgesamt 20.000 Euro einer der höchstdotierten Journalistenpreise in Österreich. Die Verleihung fand in der Brunnenpassage in Wien sowie via Livestream statt, gab die Caritas in einer Aussendung bekannt.

Pechtl wurde für zwei Arbeiten im "Falter" ausgezeichnet: In "Gib mir 10 Minuten" beleuchtete die Autorin das Innenleben eines Start-Ups, das sich das Liefern von Lebensmitteln via App zur Aufgabe gemacht hat, so die Jury. In verdeckter Recherche habe sie das Bild eines digitalen Businessmodells gezeichnet, "das ohne analoges Dienstleistungsprekariat nicht auszukommen scheint - ohne Urlaubsgeld, Krankenstand und Maximalstundenzahl". Die zweite prämierte Arbeit ("Die Abzocke im Altersheim") beschäftigte sich mit dem Thema Pflege als Geschäftsmodell. Die Veröffentlichung der Geschichte führte zu einer Anzeige bei der Wiener Baupolizei, so die Jury.

Böttcher wurde für ihren TV-Beitrag "Ukraine - Die Wahrheit unter den Trümmern" für das ORF-"Weltjournal" prämiert. Sie sei den Kriegsverbrechen, die russische Truppen in der Ukraine begehen, "mit großer Empathie und gleichzeitig großer journalistischer Genauigkeit nachgegangen". An die "Profil"-Journalisten Melichar, Nikbakhsh und Pumberger ging heuer der Hauptpreis in der Kategorie Online/Multimedia. Gemeinsam mit dem schwedischen Investigativ-Journalisten Ola Westerberg widmeten sie sich mit "Öl, Blut, Gier - Die Akte OMV-Sudan" der Frage, "wie skrupellos sich Ölkonzerne an Leid und Tod in Afrika bereicherten".

In der Kategorie Radio wurde die Reportage "Octavian will helfen" von Matthias Däuble ausgezeichnet (Ö1-Reihe "Moment"). Darin begleitete er die private Hilfslieferung eines in Breitenfurt bei Wien gebürtigen Moldawiers in die Ukraine.

Zudem wurden Anerkennungspreise in allen vier Kategorien verliehen. In der Kategorie Print ging die Auszeichnung an Lisa Kreutzer ("Tagebuch - Zeitschrift für Auseinandersetzung"), Lisa Breit ("Der Standard") und Clemens Neuhold ("Profil"). In der Kategorie TV wurden Rosa Lyon (ORF "Zeit im Bild" und "ZiB2") und Ajda Sticker (ORF "Heimat Fremde Heimat") prämiert. Die Preise im Bereich Online/Multimedia gingen an Amra Duric ("heute"), an Laurin Lorenz und Christopher Lettner ("DerStandard.at") und an Delna Antia-Tatic (Podcast-Reihe "Du bestimmst. Punkt."). In der Hörfunk-Kategorie wurden die Preise an Juliane Nagiller (Ö1-"Radiokolleg"), Veronika Zoidl und Julia Polczer (Ö1-"Hörbilder") sowie Miriam Steiner (Ö1-"Moment") vergeben.

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