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Presserat meldet erneut Rekord an behandelten Fällen

Den Presserat haben im vergangenen Jahr 647 Fälle und damit mehr als jemals zuvor beschäftigt.

Der Presserat hat die Berichterstattung heimischer Medien im Blick (Symbolbild). SN/fotolia/sebra
Der Presserat hat die Berichterstattung heimischer Medien im Blick (Symbolbild).

2020 hatte es noch 418 Fälle gegeben, 2019 waren es 297. Die hohe Zahl sei etwa auf die Corona-Berichterstattung zurückzuführen, wie es am Dienstag in der Jahrespressekonferenz des Presserats hieß.

Trotz gestiegener Zahl an gemeldeten Fällen ist die Zahl der tatsächlichen Ethikverstöße zurückgegangen (von 36 auf 31) - was die Senate des Presserats als positive Entwicklung werten. Neun der Verstöße betrafen die "Kronen Zeitung", acht den "Wochenblick" und sechs die Mediengruppe "Österreich". Die meisten Ethikverstöße drehten sich um verletzte Persönlichkeitsrechte. Dazu zählte etwa die Veröffentlichung eines Videos einer Überwachungskamera, in dem ein Mann von mehreren Personen brutal zusammengeschlagen wird.

Im Rahmen einer allgemeinen Erklärung kritisierten die drei Senate die Beeinflussung der Medien durch Inserate der Politik, nachdem beim Presserat mehrere Beschwerden wegen der Inseraten- bzw. Chataffäre der Bundesregierung eingelangt waren.

Hohe Wellen hatte indes Ende des Jahres eine Karikatur mit dem Titel "geilzeit" im Jahresrückblick "Best of Böse" der Wochenzeitung "Falter" ausgelöst, in der die Lebensgefährtin von Sebastian Kurz als Heilige Maria mit entblößter Brust dargestellt wurde. Hier stellte der Presserat keinen Verstoß fest. Auch die Veröffentlichung von Chatnachrichten, in denen Spitzenpolitiker und Spitzenbeamte miteinander vertraulich kommunizierten, wurde vom Presserat nicht geahndet: Die Senate 1 und 2 argumentierten, dass der Inhalt von demokratiepolitischer Bedeutung und somit von öffentlichem Interesse sei.

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