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ProSiebenSat.1-Aktionär Mediaset baut Konzern um

Der Medienkonzern und neue ProSiebenSat.1-Großaktionär Mediaset gestalten das eigene Unternehmen grundlegend um.

Was Silvio Berlusconi plant. SN/APA/AFP/MIGUEL MEDINA
Was Silvio Berlusconi plant.

Mediaset will eine Holding mit Sitz in Amsterdam schaffen, die die Italiener ihrem Ziel eines Unterhaltungskonzerns in ganz Europa näher bringen soll. Die neue Dachgesellschaft mit Namen MediaforEurope (MFE) solle neben dem italienischen Kernunternehmen auch die spanische Tochter Mediaset Espana umfassen, teilte der Konzern der Familie von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit. Dessen Sohn und Mediaset-Chef Pier Silvio Berlusconi sagte am Freitag, MFE sei Ausgangspunkt für weitere Allianzen in Europa. Ende Mai hatte Mediaset eine ProSiebenSat.1-Beteiligung von 9,6 Prozent gemeldet und ist damit größter strategischer Aktionär.

"Der Umbau dient dem Ziel, eine paneuropäische Gruppe in der Unterhaltungs- und Medienbranche zu schaffen", erklärte Mediaset. Konzernchef Pier Silvio Berlusconi sagte, das Vorhaben sei mit dem französischen Rivalen Vivendi, der selbst 28,8 Prozent an Mediaset hält, nicht besprochen worden. Auch Vivendi strebt ein europäisches Medienimperium an, das mit einer Art "Euroflix" dem US-Streaming-Dienst Netflix Paroli bieten soll. Netflix und auch Amazon jagen traditionellen Anbietern wie Mediaset und ProSieben, aber auch RTL immer mehr, vor allem junge Zuschauer ab.

ProSiebenSat1 hat wiederholt Fusionsgespräche mit Mediaset dementiert. Vor der Ankündigung des Konzernumbaus hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, dass Mediaset eine Änderung seiner Firmenstruktur prüfe. Nach den nun öffentlich gemachten Plänen soll die neue Holding MFE bis zum Jahresende stehen.

Demnach ist eine sogenannte umgekehrte Übernahme geplant, bei der die niederländische Dachgesellschaft sowohl Mediaset als auch die spanische Tochter übernimmt und Aktien an die Eigner beider Firmen ausgibt. Über Dividenden und Aktienrückkäufe sollen bis zu 380 Millionen Euro an Kapital an die Eigner zurückfließen. Anschließend soll die Berlusconi-Familie 36 Prozent des Kapitals der neuen Gruppe und etwas über 50 Prozent der Stimmrechte halten. Für MFE ist eine Börsennotierung in Mailand und Madrid vorgesehen.

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