Medien

Reisepass per App und neue digitale Identität

Die Regierung hat im Ministerrat am Dienstag den Startschuss für eine Digitalisierungsoffensive gegeben. Es sollen eine Online-Plattform sowie eine App geschaffen werden, mit denen die zehn wichtigsten Behördenwege erledigt werden. Dazu gehören etwa die Beantragung eines Reisepasses oder Personalausweises, Änderungen im Melderegister oder im Kraftfahrzeugregister.

Über diese Neuerung der Bundesregierung wird am meisten diskutiert werden: Schwarz-Blau will für jeden Österreicher und jede Österreicherin eine digitale Identität.

Voraussetzung ist, der Bürger und die Bürgerin wollen das auch. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) betonte, es herrsche Wahlfreiheit. Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck (ÖVP) ergänzte: "Die Datenhoheit bleibt beim Bürger, bei der Bürgerin."

Schon im Vorhinein hatte Schramböck die Ideen der Regierung beschrieben:

"Die Bürokratie macht das Leben komplexer. Wir wollen es mit Digitalisierung vereinfachen. Daher bündeln wir in einem ersten Schritt vorhandene Angebote der Verwaltung, um diese benutzerfreundlich und bürgernah aufzubereiten."

Auch im Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Samstag, 14. Jänner 2017) hatte Schramböck ihre Vorstellungen skizziert.

Der Bund hat derzeit unterschiedliche Behördenangebote im Online-Einsatz. Diese haben teils unterschiedliche Zugänge oder sind nur beschränkt für mobile Endgeräte wie Smartphones kompatibel, deren Marktdurchdringung in Österreich mittlerweile knapp 95 erreicht hat. Die Regierung will daher mit oesterreich.gv.at eine einheitliche Online-Plattform schaffen, die einen zentralen Zugriff auf die gängigsten bereits bestehenden Verwaltungsapplikationen wie das Bürgerserviceportal help.gv.at, das Unternehmensserviceportal usp.gv.at oder das Rechtsinformationssystem ris.bka.gv.at bietet.

In weiterer Folge sollen die zehn von Bürgerinnen und Bürgern am häufigsten genutzten Verwaltungsleistungen über diese Plattform online zugänglich gemacht werden. Dazu gehören etwa die Beantragung eines Reisepasses oder Personalausweises, Änderungen im Melderegister oder im Kraftfahrzeugregister, hieß es im Wirtschaftsministerium.

Bei der Entwicklung der Online-Plattform sollen insbesondere erleichterte Zugangsmodalitäten (Single-Sign-On), Benutzerfreundlichkeit sowie die Kompatibilität mit unterschiedlichen mobilen Endgeräten im Fokus stehen. Im Endausbau sollen die wichtigsten Behördenwege auch via App am Smartphone erledigt werden können.

"Das Motto lautet vom E-Government zum M-Government. Entscheidend ist die Wahlfreiheit, ob man seine Amtswege digital oder klassisch am Amt erledigen will. Die Bürger sollen selbst entscheiden, wie sie mit uns kommunizieren wollen, der Staat soll das nicht verordnen", so Digitalministerin Schramböck.

Zusätzliche Kosten werde es hauptsächlich durch den Ausbau der Infrastruktur geben. Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) verwies aber darauf, dass der Verkauf von Lizenzen hohe Erlöse bringen werde, die man wieder in den Ausbau investieren werde.

Bedenken wegen der Datensicherheit hat die Regierung nicht. "Was im Privaten funktioniert, werden auch wir schaffen", sagte Kurz und verwies auf E-Banking, das seit vielen Jahren funktioniere.

Quelle: APA

Aufgerufen am 14.11.2018 um 09:01 auf https://www.sn.at/panorama/medien/reisepass-per-app-und-neue-digitale-identitaet-23011195

Kommentare

Schlagzeilen