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Reporter ohne Grenzen: Journalisten in Weißrussland müssen freigelassen werden

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat Festnahmen von Journalisten vor der Präsidentenwahl in Weißrussland (Belarus) kritisiert. Die Regierung unternehme alles, um Berichte über den Wahlkampf von Oppositionellen zu verhindern, teilte die Organisation am Mittwoch in Berlin mit.

Symbolbild SN/apa (archiv/epa)
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Alle noch festgenommenen Medienschaffenden müssten "auf der Stelle" freigelassen werden. Zudem solle die EU-Kommission Gespräche mit dem Land über eine engere Partnerschaft an die Einhaltung der Pressefreiheit knüpfen.

Bei nicht genehmigten Kundgebungen vor gut einer Woche in mehreren Städten waren mehr als 100 Menschen festgenommen worden. Darunter seien mindestens 14 Journalisten gewesen, erklärte Reporter ohne Grenzen. Unter ihnen waren demnach Mitarbeiter des US-Radiosenders Radio Free Europe, des polnischen Fernsehsenders Belsat sowie der weißrussischen Nachrichtenseiten tut.by und Onliner.by.

In der zwischen Polen und Russland gelegenen Ex-Sowjetrepublik durften bis zum vergangenen Freitag Unterschriften zur Unterstützung von Kandidaten zur Wahl am 9. August gesammelt werden. Der autoritär regierende Staatschef Alexander Lukaschenko geht seit Wochen hart gegen Oppositionelle vor.

Für Aufsehen sorgte die Festnahme von Lukaschenkos Gegner Viktor Babariko. Der Ex-Bankier kam wegen illegaler Geschäftspraktiken in Untersuchungshaft und wurde inzwischen angeklagt. Bereits bei vorangegangenen Wahlen hatte Lukaschenko Gegner wegsperren lassen.

Quelle: Apa/Dpa

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